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Adopt A Language

April 30th, 2009 by Spooked

 

Der Umgang mit zu vielen lingo- und logophilen Sprachaffinnen* oder auch sich beruflich mit Sprachen auseinandersetzenden Leuten, die sich zudem meiner Tendenz zu Albernheiten nicht verschließen, kann zu ganz erstaunlichen Ideen führen.

Die neuste ist nun also das (grade mal 2 Stunden alte und bisher fiktive, aber das muss ja nun wirklich nicht so bleiben) Projekt “Adopt a Language”.
Ich habe schon wieder vergessen, wie genau wir drauf gekommen sind, aber es hatte irgendwie damit zu tun, dass, auch wenn die Welt nicht untergeht, bloß, weil man macht, was man will, doch dauernd Sprachen aussterben. (Das mag jetzt nicht sofort nachvollziehbar sein, aber als die Idee entstand, war sie die logische Konsequenz aus dem Vorhergegangenen. Es traten außerdem die Schweinegrippe – natürlich! – und Insekten auf…)
So, nun also zu dieser wundervollen Idee.

Adopt a Language
Wie gesagt, ist es doch wirklich schade, dass all diese kleinen hübschen Sprachen, die wir alle auf der Erde haben – oder hatten – einfach aussterben, nur weil mal kurz keiner hinschaut.
Wie wäre es also, wenn sich der ein oder andere Sprachliebhaber (damit wir das auch noch haben) einer bestimmten kleinen Sprache persönlich annähme (ehrenamtlich versteht sich, zumindest bis wir das Fundraising perfektioniert haben).
Die restlichen Sprecher belästigen (ich sehe aufregende Studienreisen nach Asien, Afrika, in Richtung Polargebiet und auf diverse winzige Inseln vor meinem inneren Auge… “Hello, my name is Spooked. I’ve come to adopt your language – GIVE IT TO ME!”), die Sprache eben adoptieren, als ob es die eigene wäre, aber auch weitere Sprachschüler auftun und instruieren, die Sprache dokumentieren und dann natürlich auch EU-,UNESCO-, etc.-Fördermittel einstreichen (es gibt ja wohl keine bessere kulturelle Minderheit, die dringend gefördert werden muss, als den letzten einsamen Sprecher einer fast ausgestorbenen Srpache!)…
…die Möglichkeiten sind schier unendlich…

So, irgendwie fehlt diesem Beitrag ganz auffallend die oben erwähnte Albernheit, aus der (unter anderem, zugegeben) der ganze Gedanke entsprungen ist…

Vielleicht sollte ich persönlich meine Neigung zur Annäherung an Sprachen jetzt doch erst mal praktisch unter Beweis stellen und mich mal ein bisschen auf meine aktuelle Sprache konzentrieren, deren Kenntniss bei mir momentan leider bestenfalls als beschämend einzustufen ist (immerhin, apropos “einstufen”, wurde ich heute als TOEIC-Testleiterin autorisiert – wenigstens eine, zumindest peripher, sprachbezogene Tat am Tag).

* Erläuterungen zum schöpferischen Prozess, der sich hinter diesem wortschöpferisch-orthographisch wenig sinnstiftenden Beitrag verbirgt, würden den Rahmen sprengen.

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Posted in Nebensächlichkeiten, Philosophie, Sprachwissenschaft

3 Responses

  1. Hner

    Super Idee! Ich will so eine aus Papua-Neuguinea, die tun mir immer besonders leid angesichts ihrer dramatisch schrumpfenden Sprecherzahlen. Außerdem isses da warm!:)

  2. (W)EinGeist

    Ich will Deutsch. Is ja eindeutig im Niedergang begriffen. Wo muss ich mich da anmelden? Will auch Fördergelder!

  3. Frank

    Ich erkläre mich auch bereit, eine Sprache zu adoptieren. Ich biete ein liebevolles Zuhause, jede Menge Wörterbücher, ein harmonisches familiäres, orthografisches syntaktisches Umfeld. Am liebsten hätte ich eine noch ganz kleine Sprache, der ich jede Menge neue Wörter beibringen kann. Sonntags würden wir gemeinsam ins Sprachmuseum gehen und abends in der IDS-Grammatik schmökern. Außerdem bin ich amtierender Weltmeister im Buchstabensuppekochen, für das leibliche Wohl wäre also auch gesorgt. Ich hoffe, als Adoptivpapa in die engere Auswahl zu kommen.

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