iPost
Heute ist der Tag gekommen. Man hat mich endlich soweit. Ich mach jetzt auch mit, sonst verliere ich den Anschluss an eine vielversprechende gesellschaftliche Bewegung. Jedes annähernd technikbezogene Substantiv kriegt jetzt ein “i” verpasst. iPod, iBook, iMac, iPhone gehören noch zu den harmlosesten Bildungen. Aber heute hat mir doch glatt ein nagelneuer Kassenautomat an der Tankstelle das Wechselgeld herausgegeben, während die Verkäuferin mich gleichzeitig stolz davon in Kenntnis setzte, dass das ihr neuer iCash-Automat sei. “Is für mehr Sicherheit”, fügt sie dann noch selbstgefällig hinzu, weil sie gemerkt hat, dass ich schwer beeindruckt bin. Und das keine drei Tage nachdem mir meine Bank ein Angebot über einen iKredit(Das hat nicht mal im Entferntesten mit Technik zu tun, ihr Laien!!!) zukommen hat lassen.
Was anfangs vielleicht noch als einprägsames und harmloses Markenkennzeichen daherkam, ist in der Zwischenzeit ein morphematisches Krebsgeschwür, das im wehrlosen Lexikon kräftig metastasiert.
Dieser “i-”Zusatz ruft bei mir automatisch die Assoziation “ich/ego/I” und nicht “Information” oder “Internet” hervor, was man vielleicht berücksichtigen sollte, wenn man einen Kassenautomaten so nennt, der das Enthaltene vor dem Zugriff fremder Benutzer schützen soll. Wankelmütige könnten bei gleicher Assoziation durchaus auf dumme Gedanken gebracht werden.
Posted in Alltag, Nebensächlichkeiten



April 23rd, 2009 at 01:51
Wir leben halt in ner neuen i`s Zeit…
Gar nicht kalt draußen…(;