Doppelbelastung
Heute ist es einfach nicht mehr genug, sich an den Früchten der eigenen Ausbildung zu laben und auf eine ungestörte berufliche Karriere ad infintum zu bauen. Längst ist es eine Binsenweisheit, dass wir alle zeitlebens dazulernen müssen, um uns das eine Quentchen Qualifizierung abzutrotzen, dass es uns erlaubt, dem dauerarbeitslosen Kiffer aus dem dritten Stock weiterhin eine lange Nase zu drehen. Da muss dann auch mal die Freizeit der Weiterbildung geopfert werden.
In vielen Fällen bietet es sich dabei an, bereits vorhandene Erfahrungen als Grundlage für das Ausloten neuer Tätigkeitsoptionen zu nutzen. An Vorbildern herrscht dabei kein Mangel: Ärzte werden zu persönlichen Giftmischern für Profiathleten, Politiker wechseln in Aufsichtsräte oder Vorstände höchst fragwürdiger Firmen und ehemalige Streiter für Persönlichkeitsrechte lassen sich schwupps mal eben zum Innenminister ernennen, um genau diese Rechte wieder zu unterminieren.
Man sieht also, es kann sich wirklich lohnen, gelegentlich auch aus fremden Näpfchen zu naschen.
Besonders gut scheint es diesem jungen Mann geschmeckt zu haben:
“Ein Beamter der Bundespolizei soll in Zivil an Randalen in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai in Berlin beteiligt gewesen sein. Der 24-jährige Mann soll Steine auf Kollegen geworfen haben.
Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft einem 24-jährigen Polizeibeamten vor, bei den Ausschreitungen in der Berliner Mainacht drei Pflastersteine in Richtung von Polizisten geworfen zu haben. Zwei davon sollen Beamte getroffen haben, diese seien dadurch leicht verletzt worden, sagte Michael Grunwald, Pressesprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Der Polizist, der privat in Berlin unterwegs war, soll jetzt wegen schweren Landfriedenbruchs und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht gestellt werden. Er soll die Steine gegen 23 Uhr im Rahmen der Randale an der U-Bahn-Station Kottbusser Tor in Kreuzberg geworfen haben. [...]“
(Quelle:sueddeutsche.de)
Zu grübeln sollte einem auch folgender Abschnitt des Artikels geben, der sich ganz perfide in den letzten Zeilen versteckt hat:
“An seiner Dienststelle in Frankfurt am Main sagte ein Mitarbeiter, man glaube nicht, dass der Polizist als sogenannter Agent provocateur eingesetzt gewesen sei, um Autonome zu Straftaten anzustacheln. “Für solche Aufgaben gibt es andere Dienste in der Bundesrepublik”, sagte ein Beamter. [...]“
Andere Dienste? Was er damit wohl gemeint hat…
Oder vielleicht doch…
Posted in Erschreckendes, Imbissbude, Meldungen, Musik, Nebensächlichkeiten, Politik


