Klägliche Kleidersuche – und weiter geht’s!
Wer hätte das gedacht, ich bin nach wie vor in Sachen Brautkleid nicht erheblich weiter gekommen. Aber fangen wir von vorne an…
Vor etwa einem Monat sah ich mich nun also mit der Problematik konfrontiert, mein Traumkleid zu Papier bringen zu müssen. (Hier sei mal noch eben erwähnt, dass ich vermutlich der eine, einzige Mensch auf der Welt bin, dem das Treffen von Entscheidungen nahezu unmöglich ist.) Nun gut, ich musste mich also lediglich für die Form des Kleides, den Stoff, die Farbe, etwaige Muster, Schleifen, Bänder und Borten und die Form des Ausschnitts entscheiden. Kein Problem. Nach weiteren eineinhalb Wochen geschah das Unfassbare. Ich hatte mein Traumkleid vor mir! Nur auf dem Papier zwar, aber da war ja eben die besagte Tante der Frau des Bruders meiner Freundin, die den – nun ja wohl nicht mehr weiter aufwändigen – Rest erledigen sollte.
Noch vor lauter Euphorie benommen griff ich zum Telefon. Keine 5 Minuten später war ich zurück auf dem Boden der Tatsachen: Inzwischen war so viel Zeit vergangen, dass unser ganzer schöner Plan nicht mehr umsetzbar war. Und trotz meiner Verzweiflung wollte ich mir – und vor allem meinem armen Zukünftigen – dann doch die Tragödie ersparen, am Hochzeitstag ohne Kleid dazustehen.
Ich war also wieder an dem Punkt angekommen, der mich schon Monate zuvor nahezu in den Wahnsinn getrieben hatte. Viele, viele, viele Versuche der Entscheidungsfindung später kam mir schließlich die Erkenntnis, mein Kleid nun doch bei Ebay zu ersteigern. Ich hatte nicht wirklich eine Wahl, da selbst ein Einkaufsversuch mit sämtlichen Brautjungfern ohne Erfolg blieb. Was mich nun allerdings wieder vor das – ebenfalls bekannte – Problem stellte, mich für ein Kleid entscheiden zu müssen.
Verwunderlicherweise bin ich selbst jetzt noch davon überzeugt, dass es für jedes Problem eine vernünftige, pragmatische Lösung geben muss. Ich beschloss also, nach dem Preis zu gehen. Tja, meine ausgewählten Kleider kosteten NATÜRLICH alle das gleiche. Diverse „Pro-Con-Listen“ führten mich auch nicht zum erwünschten Erfolg. Gut, dann eben anders. Ich beschloss, mir eine Woche lang jeden Abend das an diesem Tag in meinen Augen schönste Kleid auszuwählen. Mir war absolut klar, dass ich nach dieser Woche meinen Favoriten gefunden haben müsste. Wer diesen Text bis hierhin durchgehalten hat, kann sich vermutlich denken, was jetzt kommt. Kleiner Tipp: Ich hatte sieben Kleider zur Auswahl. Na? Genau, jeden Tag entschied ich mich für ein anderes der Kleider.
Um diesem Drama ein für allemal den Garaus zu machen, kam ich schließlich auf den Gedanken, mir eine Deadline zu setzen. Gestern war der große Tag – ich musste eine Entscheidung treffen. Und wer hätte es gedacht, nach weiteren Stunden vor den Bildern der ausgewählten Kleidern, passierte das Unfassbare. Ich entschied mich für ein Kleid. (Hier sei nur nebenbei erwähnt, dass es das Kleid war, das ich bereits vor drei Monaten fast bestellt hätte.) Verhängnisvollerweise bestellte ich das Kleid nicht sofort. Und als ich heute den letzten entscheidenden Schritt gehen wollte, kam mir ein anderes Kleid in die Quere, das eigentlich auch ganz hübsch aussah… und dann noch eins… und noch eins…
Mein momentaner Plan orientiert sich nun an den Ablaufterminen der Ebay-Auktionen.
Wir werden sehen, was daraus wird ;-)
Billy Idol-White Wedding – MyVideo
Posted in Erschreckendes, Nebensächlichkeiten



Mai 26th, 2009 at 14:05
Und wie ist die Geschichte ausgegangen? Kleid bekommen oder doch noch in weiteres verguckt?
Viele Grüße
Torsten
Mai 26th, 2009 at 14:24
Na? Ist es inzwischen entschieden?
Vielleicht solltest Du doch auf das Second-Hand-Modell bei uns im Schrank zurückgreifen, ich habe ja gehört, dass heiraten im Stil der 60er (modisch gesehen zumindest) wieder TOTAL in ist.
Oder ein einfacheres Kleid und doch schneidern lassen?
Mai 26th, 2009 at 16:05
Ich kann nun freudig verkünden, dass ich eine Entscheidung getroffen habe und letztendlich das Kleid tatsächlich bei einem chinesischen ebay-Verkäufer gekauft habe! (By the way: Die haben auf ihrer Seite ganz viele Bilder von den glücklichen Schneidern, die mein Kleid jetzt nähen… waren keine Kinder mit blutigen Fingern dabei!)
Das Kleid sieht voll toll aus und kostet – aufgepasst! – inkl. Versand 105 Euro! In Deutschland wäre ich nirgends unter dem Zehnfachen davon gekommen.
Seit zwei Tagen habe ich regen eMail-Verkehr mit der Verkäuferin, die ausgesprochen nette deutsche (also ich vermute, dass es deutsch sein soll) Sätze formuliert. Die sind ausgesprochen willig, mir sämtliche Sonderwünsche zu erfüllen und Zusatzleistungen zu bewilligen.
Hier ein kleines Textbeispiel:
“Ihr Telefonnummer sind auch benötigt für Versand.Ja wir können Ärmel für Sie machen,aber es brauchen Sie mehr Geld zu Zahlen.Der preis abhängig von Wie länge des Ärmel.Der Schleicher ist auch,normalerweise kostet einen Schleicher
15 Euro,wie finden Sie?”
Nett, oder? Ich versuche schon ständig alles so zu formulieren, dass sie unbedingt nochmal antworten, weil ich das so toll finde :-)
Jetzt bin ich mal gespannt, wie das Kleid – sollte es denn tatsächlich kommen – dann aussieht!
Mai 27th, 2009 at 00:06
Na das hört sich aber aufregend an! Ein Kleid mit Schleicher?! Und das für nur 15 Euro? Ist das pro Stunde oder am Tag? Ist das auch sicher ein zertifizierter Schleicher?
PS: Das hätte mich aber jetzt auch wirklich erstaunt, wenn die auf ihrer Seit mit blutigen Kindern Werbung machen würden…