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Bachmannpreis 2009 – Caterina Satanik

Juni 27th, 2009 by Spooked

Caterina Satanik im Portrait: beschreibt Regen”lacken”, ist vom Religiösen fasziniert, oweiowei! Beschreibt das Schreiben, steigert sich in Personen hinein, die was Grenzwertiges haben, dann kommen noch viele Plattitüden…

Sie liest “leben ist anders”, Catarina wirkt aufgeregt;

Hund, Lefzen, ein Mann hat ihn weggenommen; Kleinschreibung im schriftlichen Text, mag ich nicht so… ”sein rechtes handgelenk steckt in einem seil, an dessen anderem ende der hundekopf befestigt ist”… nene, das mag ich nicht… Ich finde, dass die Sprache des Textes schon nach den ersten Sätzen völlig uneinheitlich ist; aber die österreichischen Ausdrücke finde ich nett, sowas erinnert mich immer an meine Christiane Nöstlinger-Phase; angesprochenes Du im Text; Beschreibungen, Beschreibungen, Beschreibungen, warum nicht mal einen Text ohne? (oder wenigstens ohne erkennbare); jetzt kommen Klischees, altbekannte Bilder und Formulierungen; nein, ich fürchte da kommt nichts allzu Aufregendes mehr…

Die JuryMeike Feßmann hat der Text gut gefallen, aber sie kann nicht leicht sagen, warum eigentlich. Vielleicht, weil eine verlassenen Frau das beste aus seiner Abwesenheit macht…; fühlt sich an Freud und Lasker-Schüler erinnert;

Mangold: nah am Kolloquialen gehalten, meint der Text ist liebenswürdig, weil er nicht nur die Notwendigkeiten erzählt, befürchtet aber, dass man sich manchmal zu leicht im Text erkennen kann; Jandl: Heimwerkerei als fehlgeleitete männliche Zärtlichkeit; findet weibliches Element im Text gut und findet den Text witzig?! Sulzer: wunderbarer Text, unendlicher Redefluss, Rollenprosa, ja ja; hier werde alles erzählt, durch Sprache, das sei doch, was in den anderen Texten vermisst wird; hätte aber den Vortrag nicht gebraucht, ja, ich auch nicht, nach einem Blick in den nur geschriebenen Text sagt mir das auch eher zu; Sulzer findet, es geht eine leichte Bedrohlichkeit von diesem “Kerl” aus (der muss die Sachen erst kaputt machen, damit er weiß, dass sie ganz gewesen sind); grundsätzlich steht er dem Text aber mit ungeteilter Begeisterung gegenüber; 

Auch Ijoma ist sich sicher, dass die Protagonistin wieder einen Neuen finden wird; Frau Keller hört ein melancholisches Ich, das sich an Hilfsinstanzen wendet von denen es sich Plattitüden verkaufen lässt, die es nicht hinterfragt (doch, doch, Frau Kellers auffälligste Eigenschaft ist diese großwörtrige Paraphrasierung des Inhalts); möglicherweise sei diese Perspektive eine Sackgasse; Herr Sulzer findet das grade schön, dass es keine andere Perspektive gibt, er hat jetzt genug vom deutsch-deutschen Hintergrund;

Frau Fleischanderl aber stößt sich am Umgangssprachlichen; das sei ihr zu 1:1 nachgebildet, sie meint man muss Umgangssprache mit Künstlichkeit nachempfinden – aber warum denn? Frau Feßmann möchte darauf hinweisen, dass die Figur weder dumm noch dümmlich ist, sondern naiv, Jandl kontert da mit philosophischen Sätzen der Figur;

Spinnen will für die zeitgenössische Umgangssprache die gleiche Lizenz wie für die avantgardistische, nämlich die, daraus literarisch Kapital zu schlagen; er meint die Figur ringt um Naivität, damit ihr nicht das Herz gebrochen wird; und er hat eine “ganz, ganz große Verletzung” gespürt, beim Lesen; Mangold fand den Text beim ersten Lesen interessanter als beim Vortrag jetzt, meint aber auch überhaupt, dass man den Text nur einmal lesen muss; ja doch, den Eindruck hatte ich aber auch; Frau Feßmann macht dann noch auf die Beziehung zwischen den dreitgeteilten Fenstern und der Dreiecksgeschichte Mann-Frau-Hund aufmerksam; interessant.

Was ich jetzt aber schon vermisst habe, ist, dass sich niemand – wenigstens Sulzer hätte doch da in Corinos Fußstapfen treten können, durch die falsche Anzahl an genannten Spinnenbeinen gestört gefühlt hat;

So, das war es also.

Noch ein kurzes Gespräch mit einer Lektorin, dann bringt 3Sat auch schon einen Beitrag über Schädlingsbekämpfer;

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