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Bachmannpreis 2009 – Gregor Sander

Juni 27th, 2009 by Spooked

Tag 3: Das Bild stockt, schwarzer Bildschirm, und dann ein Testbild… das könnte dem richtigen Text ein ganz neues Moment verleihen;

Isenschmidt wirkt im kurzen Vorgespräch mit Rückblicken auch versöhnt, allerdings aus anderen Gründen als ich;

Oh je, da ist Clarissa wieder; Meike wieder wie aus dem Ei gepellt, die anderen wirken schon jetzt leicht verstimmt (vielleicht auch nur unausgeschlafen);

Gregor Sanders Portrait: An wen erinnert der mich denn? Spricht über Berlin und seine Ausbildung und zeigt uns seinen Arbeitsweg und Arbeitsplatz, hm…;

Er liest “Winterfisch”

Das Publikum ist müde, ich hätte auch gerne einen Kaffee;

Sanders Stimme macht einen recht untypischen Vortrag, kann mich nicht entscheiden, ob das gut oder schlecht ist; Jemand will fischen gehen; Es ist früh, Walter ist noch nicht da; “Die Häuser stehen noch dunkel” – zuviel für mich. Bisher habe ich keine konkreten Einwände zum Text, aber das Gefühl, das alles schon mehrmals gelesen/gehört zu haben (weniger die Geschichte, weiß nicht, worum es geht, aber die Ausführung kommt mir extrem nicht-neu vor);

Den fand ich schön: “Für einen kurzen Moment möchte ich in meinem Leben sitzen, in  meiner Küche, und nicht neben Josef Neuer stehen.” Den gar nicht gut:”Neuer hat sich jetzt endgültig entschieden mich zu duzen und streift das ‘Sie’ ab  wie eine zu enge Krawatte.” Ich stelle jetzt mal das Zitieren ein… Text endet damit, dass dem Erzähler die Tränen kommen – nicht gut;

Na, mal sehen:

Sulzer: sehr schön und sehr ruhig; zwei Trennungen im Text; Motive: der Fisch und das Kaninchen, die werden aber auch verzehrt, der Fisch und das Kaninchen… Jandl kommt auf die Krise zu sprechen…(zieht zwischendurch seinen Kitsch-Vorwurf gegen Jens Petersen zurück), sieht hier kleinere verborgene Krisen; findet Text sehr schön und stimmungsvoll, gönnt sich Ruhe (der Text), meint er; Meike Feßmann: findet Text “handwerklich wahnsinnig schlecht” erzählt; findet viele “Ungeschicklichkeiten”, ist nicht zufrieden, aber, jetzt wo der Autor gelesen hat, fand sie, hat er funktioniert; komisch, wieso denn? War eher gelangweilt gelesen, fand ich;

Frau Fleischanderl widerspricht und findet den Text handwerklich sehr gut gemacht (Publikum klatscht, die sind irgendwie immer auf Autoren-Seite, so eine Art Live-Sympathie oder so…), findet glaubhafte und plausible Figuren und Dramaturgie; die handwerkliche Perfektion kommt ihr fast hermetisch abgeschlossen vor, eine Backform, mit der der Autor viele solche Texte fabrizieren kann; Frau Feßmann wird fuchtelig, zitiert um die handwerkliche Perfektion (die man dem Text nun wirklich nicht zum Vorwurf machen könne) zu widerlegen; (während Frau Fleischanderl im Hintergund ungnädig dreinblickt);

Herr Mangold wacht auf und versucht vermittelnd einzuschreiten: er achtet da erst mal gar nicht auf die Form-Seite, sondern auf den Inhalt, redet viel und schnell, die anderen erkennen sein Befriedungsmanöver und wirken nicht lebhaft oder interessiert; Mangold: Text führt die Motive gut zusammen, am Ende fehlt ihm aber was, als Begründung fällt ihm ein, dass sich die gebrochenen Beziehungen nur auf die Ostseite konzentrieren; Paul Jandl widerspricht auch ein wenig;

Oh, Frau Keller sammelt sich und legt los, die redet immer so getragen, trägt aber wohl hauptsächlich zuhause Aufgeschriebenes vor (gut, dann ist sie wenigstens vorbereitet, macht aber einen streberhaften Eindruck); spricht über den “Umschlagplatz” (Hafen und Text); da gebe es eine große “Welthaltigkeit”, aber ihr passt was an der Schreibhaltung nicht; Spinnen möchte lieber auf den Kern zu sprechen kommen; meint das sei ein Text zum “20. Jubiläum”; fragt sich aber, ob der Text zu hoch greift damit, der Geschichte gerecht zu werden; meint, es “knarrt manchmal an den Kanten, wenn zu viel in den Text hineingedrängt” ist, aber da hat er weniger ein Problem als mit dem System “parabolischer Verweisungen”, huiuiui,; findet Ende “schwachen Ausbruch in ‘und endlich konnte ich weinen’”, das zumindest habe ich auch gesehen; Frau Stadler redet schon wieder zu viel, Frau Keller möchte aber lieber direkt auf Herrn Spinnen antworten, als auf Clarissas Frage einzugehen; die scherzt dann auch noch von der Seite, ach je.

Frau Feßmann will ausgerechnet das nicht wegstreichen, was Herr Spinnen zum Streichen freigegeben hat; Jetzt darf auch Herr Sulzer mal, widerspricht Herrn Spinnens Jubiläumsassoziation; Oh, jetzt hat er fast gelacht, der Alain Claude, obwohl Frau Feßmann von der Seite kritisch nachgefragt hat; Mangold rattert die Konzeption, der Natur als Gegenstück zur politischen Geschichte zu sehr; Jury konzentriert sich jetzt ein wenig darauf, ob da jetzt viel, zu viel oder wenig politische Dimension im Text ist; Publikum ist immer noch sehr klatschfreudig gegenüber Sander… die wollen doch nur nicht einschlafen!

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