Bachmannpreis 2009 – Karsten Krampitz
Karsten Krampitz
ohwei! “Bin als Schreiber Triebtäter”, organisierte 1996 Obdachlosen-Aufstand in Berlin; heimatlos nach DDR-Zerfall; möchte gesagt wissen, dass er noch Single ist; na danke.
Oh ne! Er liest… ich weiß nicht, ob ich da zuhören kann… ich glaube nicht… ich probiere es…
Erst DDR-Stimme, jetzt Theater-Hörspiel-Stimme… viel, viel direkte Rede, zu viel für mich, aber ich mag einfach die Stimme nicht, großer Bachmann-Nachteil;
Publikum wirkt nebensächlich; ich kann leider nicht folgen, weiß nicht genau woran es liegt, passiert da was? Sorry, ich habe den Faden verloren.
Ende 12.15 Uhr; Frau Stadler möchte ihm den Preis in der Kategorie “charmantester Vortrag” verleihen;
Herr Sulzer hat Schwierigkeiten, den jetzt gehörten Text mit dem zuvor allein gelesenen Text in Einklang zu bringen; “aus mittelmäßigem Drehbuch lässt sich sehr guter Film machen, wenn der Regisseur sehr gut ist”… na also, so überzeugend fand ich den Vortrag jetzt auch nicht; Frau Feßmann: Märtyrer- und Spitzelgeschichte; Text wird Opfer seiner einfachen Mittel; Frau Fleischanderl: Deutsche Biederkeit im Text, von der sie fürchtet, dass der Autor damit zu 100% übereinstimmt; Spinnen macht uns zum wiederholten Male auf die Gefahr von Textauszügen aufmerksam; also ich weiß nicht, wenn der Auszug gut gewählt ist und vor allem der Text gut ist, finde ich das nicht gefährlich; Spinnen meint, man kann halt nicht über den vorgelegten Text hinaus sprechen, ich finde, das muss man ja auch gar nicht; Spinnen sagt Vortrag war “Umsetzung des Textes”, kann zentrale Figur jetzt noch weniger verorten; steht mit linkem und rechtem Fuß in verschiedenen “kleinen KanUs” und wird später umfallen; Frau Keller, die den Text eingeladen hat, findet den “Text von emotionaler oder (?) sachlicher Nähe getragen”; und Mündliches wichtig;
Sulzers Art finde ich unerträglich. Ehrlich. Säuerlich-überheblich und das mit der Frisur…
Ijoma Mangold fand nicht nur Vortrag, sondern schon Text gut und wurde jetzt nicht von Tonfall überrascht; akzeptiert die Einwände, findet aber, das der Text darüber hinaus geht;
und der Autor erklärt jetzt seine “Novelle”; plädiert mit Nachdruck für Unschuldsvermutung seinem Erzähler gegenüber, der sei kein Spitzel! Ist das jetzt erlaubt, dass der Autor sich verteidigt, ich dachte, das dürfen die nicht… ob das eine gute Idee ist? Macht alles noch komplizierter, Spitzel oder nicht? Krampitz sagt, der Stasi-Vorwurf sei halt nur sein Aufhänger…
Mangold: Autor tut seinem Text Unrecht; Frau Fleischanderl fuchtelt in Sulzer-Manier mit ihrer Lesebrille; liest letzten Endes nur eine biedere Geschichte…; Spinnen möchte nicht derjenige sein, der ans Regelwerk erinnert; Diskussion dreht sich darum, wie man den Textauszug lesen soll, kann und darf, Spinnen wird psychologisch;
Kann man nicht mal einen wirklich interessanten, guten, literarischen Text vorlegen?!
So, halbe Stunde Mittagspause für die Jury (Frau Stadler sagt “SchürIIH”, bin auch immer versucht, es so zu betonen…), Kulturzeit Extra zum Urheberrecht; Eva schon wieder “am Puls der Literatur”, Google frisst Bücher… etc. ich muss jetzt frühstücken;
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