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Bachmannpreis 2009 – Katharina Born

Juni 27th, 2009 by Spooked

Katharina Born: im Portrait: abgebranntes Haus, Schriftstellertochter, bei ihr passiert dauernd was;

Liest “Fifty Fifty“, oh, dramatische Stimme, Affären eines Ehemannes enden, nachdem die Tochter weggegangen ist… den Text lesen, den Vortrag ignorierend, ist besser; Rückblick; ein dickes Mädchen namens “das Gertrud”; Ingeborg im Text…; ich weiß nicht genau, was passiert, habe aber ganz leichtes Interesse;

Ab der zweiten Hälfte ungefähr lässt mein Interesse nach, es kommt nichts, was das vorhergegangene rechtfertigt; nur das Verschwinden des Gertruds bleibt rätselhaft; ist das große Symbolik, die sich mir verschließt? Der Rest des Textes lässt diese Vermutung aber nicht unbedingt zu… es wird banal; 

Clarissa Stadler vergaloppiert sich und erklärt diese zur letzten Lesung…, korrigiert sich nach Zurechtweisung;

Jetzt aber Herr Sulzer: ein Lektor müsse da wohl die Autorin auf verschiedene Ungereimtheiten aufmerksam machen; der Anspruch des Textes sei es, dass er hochrealistisch ist, aber z.B.: Häufung von toten Hunden oder Hunden mit Nahtoderfahrung sei nicht normal und die 19-jährige Judith soll einen bekannten Autor aus ihrer Muttersprache übersetzen? Findet Sulzer höchst unrealistisch; er könnte noch weiter auf Details rumreiten, die ihm sauer aufgestoßen sind, sagt er; so, Paul Jandl aber sieht grade die überfahrenen Hunde als Höhepunkte des Textes (und der Schlusssatz “Ich bin schwanger” fährt ihm in die Magengrube);

 

Frau Feßmann diskutiert kurz mit Sulzer über die Hunde, (ich habe den Eindruck, dass sie und Sulzer zwar meist nicht ganz übereinstimmen, aber die sind wenigstens in der Lage, sich miteinander zu unterhalten, also man denkt, dass sie das wollen), Feßmann aber: Text unglaublich beweglich, findet sie gut, auch dass es um die Schwierigkeit von zwischenmenschlichen Beziehungen geht, und den erotischen Unterton, den noch kein anderer Text hatte (beim Wettbewerb), und dann noch die Mutter-Tochter-Beziehung; Frau Stadler nutzt die Gelegenheit, kurz Jandls erotische Ansprüche zu diskriminieren; und Frau Keller wurde vom Text angeregt über die dargestellten verfehlten Leben nachzudenken;

Herr Spinnen antwortet mit einem “klaren Ja” auf Frau Stadlers Frage, ob es ein Milieutext ist, sie ist irritiert, er meditiert ein wenig und erzählt dann mehr; kann nachvollziehen, dass man mit 50 sauer ist, wenn die Tochter vom verhassten Autorenkollegen schwanger wird, freut sich, dass er keine Töchter hat, Publikum ist erheitert; Spinnen fragt sich, ob der Text literarisch geschickt ist; Karin Fleischanderl ist es zu wenig, dass die schlampigen Verhältnisse allein durch die 68er erklärt sind; Herr Mangold kann keinen literarischen Trick darin erkennen, dass ein Autor einem Text einen historischen Kontext gibt;  Jandl möchte über “das Gertrud” sprechen, ist ihm nicht ganz geheuer; fällt diese Figur dem Geschlechterkampf zum Opfer oder nimmt sie einfach nicht dran teil? Frau Keller findet den Kontext dezent, Herr Spinnen meint, dezent ist für Inneneinrichtungen; Sulzer: Endlich mal aus weiblicher Sicht übrigens; formal zu holprig, denkt aber, dass der Text durch Lektorat interessant werden könnte; die 68er-Diskussion hört nicht auf; Jandl findet die Sprache, die die Spießigkeit beschreibt auch spießig und hätte sich mehr Doppelbödigkeit gewünscht;

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