Bachmannpreis 2009 – Linda Stift
Guten Morgen alle miteinander!
Bevor sich jemand über den ungewohnten Duktus der folgenden Beiträge wundern sollte, möchte ich darauf hinweisen, dass ich lediglich die Vertretung bin, bis Spookey sich ihrer akademischen Verpflichtungen entledigt hat. :)
Wetter is heute sonniger, wie es scheint. Isenschmid findet, es kann heute durchaus noch besser werden, versucht das ganze aber nett zu verpacken. Die Jury hingegen habe sich in ihrer neuen Zusammenstellung bereits gefunden und leiste gute Arbeit.
—Kaffee ist wirklich was FEINES—
Jandl sieht wirklich etwas zerknittert aus, Spookey lag mit ihrer Vermutung also wahrscheinlich richtig.
Vorstellung: Linda Stift in einem Irrgarten vermixt gern Lebensläufe und mag Räume. Sie ist ein Vorschlag von Fr. Fleischanderl. (Ist nicht “Stierhunger” von Fr. Stift?)
“Abort”, “Pritsche”, “Appell” und “urinieren”. Wortwahl stimmt schon mal. Ein bisschen viel Beschreibung des Prasselgeräuschs beim Urinieren vielleicht.
Der Text handelt von der qualvollen Odysse einer Gruppe von Flüchtlingen, ihren Hoffnungen, Träumen und Ängsten.
Anfangs fand ich die stakkatohafte Erzählweise spannend, langsam wird’s aber anstrengend. Liegt womöglich auch am Vortrag. Die Autorin mag Wiederholungen.
Mangold findet den Text ärgerlich und erpresserisch. Findet die Mittel unlauter. Erzählstrategie fuße auf dem “schlechten Allgemeinen”. Der Leser werde literarisch zwangseingebunden.
Jandl sieht das anders. Freut sich über den Effekt, den der Text bei Mangold erzielt. Schluss enttäuscht ihn etwas. Findet die Struktur aber interessant.
Meike Feßmann findet, die Autorin mache es sich mit der Wahl des Themas zu einfach. Flüchtlinge würden verallgemeinert. Sie hätte an der Beschreibung des unterschiedlichen Urinierens bei Mann und Frau merken sollen, dass ihr die Geschichte entglitten sei.
Karin Fleischanderl klingt vorsichtig positiv. Das “Wir” habe etwas Erhabenes und Chorales.
Jetzt wird’s heiß: Fr. Feßmann findet den Text unglaubwürdig und wird heftig attackiert.
Burkhard Spinnen wirft dem Text einen Rettungsring zu. Großmütig. Gibt aber Hrn. Mangold im Grunde recht.
Hildegard Keller gibt sich konziliant. Im Text sei ein Vergemeinschaftungselement spürbar. Aber es sei auch eine Mandatsanmaßung enthalten.
Hr. Spinnen möchte nochmal nichts hinzufügen, aber natürlich etwas sagen.
Mangold mag die klischeehafte Darstellung der westlichen Welt nicht.
Fr. Fleischanderl verteidigt den Text vor diesem Vorwurf.
Hr. Sulzer bedauert die Einfallslosigkeit und die inadäquate sprachliche Umsetzung.
Hr. Jandl schließt sich jetzt doch lieber dem Rest an und konstatiert, der Text zerbreche am “Wir”. Prophylaktisch setzt er dann noch einen drauf und möchte dem Text vorwerfen, dass das Thema gar nicht klar werde.
Hr. Sulzer findet die Angst der Flüchtlinge komme nicht rüber.
Fr. Fleischanderl hält das Chorale wieder hoch und wendet ein, dass es sich doch nur um Wünsche handele.
Hr. Spinnen vermisst eine Gattungsentscheidung.
Fr. Keller möchte noch was Positives sagen und lobt den Mut bei der Auswahl des Themas.
Ich fand’s hauptsächlich gewollt und anstrengend. Zu viele Vereinfachungen, die einen ständig zum Widerspruch reizen. Nichts Besonderes.
Posted in Literatur, Literaturcafé, Zwischennetzliches


