Bachmannpreis 2009 – Ralf Bönt
Vorstellungsvideo Ralf Bönt: Der Autor guckt etwas verzweifelt drein und erzählt von seiner früheren Tätigkeit als Physiker, sein Verhältnis zum Leser und vergleicht sich in diesem Zusammenhang ein bisschen mit Einstein.
Text: Novelle “Fotoeffekt”
Er hält sich in seinem Text an die Goldene Regel: Schreibe nur über Dinge, die du kennst. Es geht um einen Wissenschaftler.
Der Tonfall des Autors ist einschläfernd. Vielleicht langweilt die Geschichte deshalb schon jetzt. Familie Hertz in Hamburg, dazwischen irgendwo Faraday und viel Belangloses. Sodbrennen, Galvanometer: “Im Kamin knackte ein Holz.” Wenigstens bricht der Autor an keiner Stelle den Erzählstil. Vielleicht muss Winter sein, um diesen Text reizvoll zu finden. Draußen kalt, nichts zu tun und zuviel übrig vom Tag. Eine Wissenschaftlerbiographie in Ausschnitten; leider ohne Höhepunkte. Naja, die Passagen in denen aus der Sicht der Photonen erzählt wird, können vielleicht als solche gelten.
Der Autor wurde von Fr. Feßmann vorgeschlagen.
Fr. Keller findet das Ganze kamikazehaft. Die Perspektive, wenn ich das jetzt richtig verstehe.
Hr. Jandl weiß nicht, was der Text ihm erzählen will. Sprachlich findet er den Text inkohärent. Zitiert vermeintlich verunglückte Passage.
Mangold weiß nicht, worauf Jandl hinaus will.
Fr. Fleischanderl haut dagegen weiter in die Kerbe und zitiert auch gleich mal munter. Schlampig sei der Text verfasst.
Fr. Feßmann beurteilt den Text erwartungsgemäß positiver, verweist auf die erzählerische Freiheit des Autors und wird daraufhin von Fr. Keller hart angegangen.
Hr. Mangold findet viele Passagen spannend und gelungen.
Hr. Spinnen holt aus…und verliert sich ein bisschen in seiner eigenen Argumentation. Irgendwie wirft er Hrn. Bönt vor, dem Leser die Freiheit der eigenen Assoziation vorzuenthalten.
Hr. Sulzer findet die Geschichte elegant erzählt, hat aber nachgerechnet und stellt fest, dass der Autor sich verrechnet haben muss. Faraday müsse zum Erzählzeitpunkt 62 nicht 66 gewesen sein.
Der Autor schaltet sich jetzt selbst ein, entschuldigt sich für seine mangelnden Kopfrechenkünste und erklärt uns, was ein “Phonon” ist.
So weit, so gut.
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