Bachmannpreis 2009 – Zuende
So, das war es dann also wirklich.
Und, für mich jetzt nicht wirklich überraschend (aber trotzdem bin ich nicht zufrieden damit) ist Jens Petersen der diesjährige Gewinner des Bachmannpreises. Süß war dann die Preisverleihung, das machte den Eindruck, als ob die beiden wichtigen Herren einen Konfirmanden in die Welt entlassen…
Der Publikumspreis ging, auch wenig überraschend, an Krampitz’ DDR-Aufarbeitung, sicher zu großem Teil dem einzig lebendigen Vortrag geschuldet;
Dann sollte nicht vergessen werden, dass der Automatische Literaturkritik Preis an Karl-Gustav Ruch ging, der mit einem wahnsinnigen Ergebnis von 2 Punkten einfach das Wettrennen um die Minuspunkte verloren hat.
Zum Abschied durften wir dann heute noch mal einer schönen, laienhaften Inszenierung beiwohnen, die diesen Bachmanncharme ausmachen, alle laufen durchs Bild, keiner weiß so recht, wo er zu stehen hat, wann er aufstehen soll etc.
Frau Stadler allerdings hätte sich doch wirklich ein klein wenig vorbereiten können, sich kurz über den zugegebenermaßen völlig seltsamen Wahlvorgang informieren können; so wie es war hätte ich es angenehmer gefunden, wenn gleich der Herr Justiziar die Moderation übernommen hätte, der wußte wenigstens, wo’s langgeht. In ihrer selbstgestalteten Grenzrolle zwischen Moderation und Jurymitgliedschaft, die ich schon die ganzen drei Tage suspekt fand, hat sie sich am Ende, als sie sagte, sie gratuliere “auch im Namen der restlichen Jury”, dann doch noch klar in den Juroren-Bereich eingeordnet- na bravo!
Da tut sich auch die Frage auf, wie Herr Spinnen so ein Clarissa-Fan sein kann… erst lobte er ihren “Charme” schon bei seiner abschließenden Ansprache und dann noch mal im Nachgespräch bei Eva Wannenmacher, ist mir ein Rätsel; da sagt er, was “Moderation” sein soll und merkt nicht, dass sie seine Kriterien nicht ansatzweise erfüllt hat; sonst war ich aber mit seinen Schlussworten recht zufrieden, wenn er auch den diesjährigen Wettbewerb etwas schöngeredet hat, aber was soll er auch tun…
So, schade, dass für Schäfer kein Preis drin war, das ist fast der einzige, von dem ich mir wirklich vorstellen kann, noch mehr lesen zu wollen; aber auch Bönt und vielleicht Ruch werde ich zumindest nicht vergessen.
Was ich auch noch machen werde, ist mir die Eröffnungsrede von Joseph Winkler noch mal vorzunehmen; die wurde von allen Seiten so gelobt, dass ich mir ernsthaft die Frage stelle, wie ich das so grob verpassen konnte; vielleicht war ich am Mittwoch abend einfach noch nicht auf Textrezeption eingestellt…
Irgendwo zwischen Erleichterung und Enttäuschung, dass es vorbei ist, darf ich mich jetzt noch fürs Mitlesen bedanken und freue mich auch schon wieder auf die TTDL2010; mit meinem “Coverage” hier bin ich nicht so ganz zufrieden, es gäbe noch viel mehr zu sagen (oder weniger) und vor allem ist es wirklich unmöglich, die Texte live zu beurteilen, aber probieren kann man es ja trotzdem mal… ;)
Posted in Literatur, Literaturcafé, Zwischennetzliches



Juni 28th, 2009 at 14:39
Nochmal danke, Spookey, ich denke, besser hätte man es gar nicht machen können. Ich freu mich schon jetzt auf nächstes Jahr!
Juni 28th, 2009 at 14:55
Naja, hat es Klagenfurt mal wieder hinter sich. Das Wetter war ja auch kongenial miserabel, passend zu dem überaus meisten, das da auf der Lesebühne geboten wurde.
Aber hingucken muß man ja trotzdem, ganz so wie bei einer überfahrenen Katze.