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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag, der letzte</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 15:54:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich verpasse Clarissas einf&#252;hrende Worte, das habe ich gut, wenn auch nicht absichtlich, gemacht. Die Shortlist wird verk&#252;ndet: Bu&#223;mann, Geltinger, Haderlap, Klupp, Popp, Rabinowich, Randt. Fehlt mir da jemand, den ich gerne drauf gehabt h&#228;tte? Wahrscheinlich lieber Antonia Baum als Nina Bu&#223;mann&#8230; Hat dich die Jury heute besonders h&#252;bsch gemacht? Bis auf Frau Keller, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verpasse Clarissas einf&#252;hrende Worte, das habe ich gut, wenn auch nicht absichtlich, gemacht.<br />
Die Shortlist wird verk&#252;ndet: Bu&#223;mann, Geltinger, Haderlap, Klupp, Popp, Rabinowich, Randt.<br />
Fehlt mir da jemand, den ich gerne drauf gehabt h&#228;tte? Wahrscheinlich lieber Antonia Baum als Nina Bu&#223;mann&#8230;<br />
Hat dich die Jury heute besonders h&#252;bsch gemacht? Bis auf Frau Keller, die tr&#228;gt &#246;konomischerweise eine B&#252;hnendeko der letzten Jahre auf.<span id="more-1719"></span><br />
Nach der ersten Abstimmung folgt eine zweite aus drei Kandidaten, dann eine Stichwahl zwischen Randt und Popp, aus der Popp als Gegner f&#252;r Haderlap hervorgeht und schlussendlich ist Maja Haderlap die Gewinnerin des Bachmannpreises, juhu. Das Publikum wirkt sehr beteiligt, schon als Sulzer sein Votum von Randt auf Haderlap &#252;bertr&#228;gt ist klar, dass sie gewinnt und es kommen Jubelrufe aus den R&#228;ngen. Meine Gewinnerin w&#228;re sie nicht, aber &#252;berraschend kann man es nicht nennen.<br />
Eine Gewinnerin f&#252;r Strigl. Sie lobt ihre Autorin in der angenehm kurzen und unaufgeregten Laudatio. Maja Haderlap selbst ist erfreut und wirkt etwas &#252;berw&#228;ltigt.</p>
<p>Es geht auch schon flugs weiter mit der Findung des Kelag-Preistr&#228;gers. Die vierfache Abstimmung wiederholt sich (oder waren es nur drei Wahlg&#228;nge?), an deren Ende Popp den Kelag-Preis gewinnt. Den quasi dritten Platz macht dann Nina Bu&#223;mann mit dem 3Sat-Preis.<br />
Ach und: What&#8217;s with the striped shirts?!<br />
Und noch ein vierter Preis wird verliehen. Dieses Mal zwischen Rabinowich und Randt und am Ende geht er an Randt, die Kamera kommt der Abstimmungsgeschwindigkeit er Jury kaum hinterher.<br />
Und der Publikumspreis geht dann an Thomas Klupp. Nicht wahnsinnig &#252;berraschend, Text, Autor und Startnummer, &#228;h, Lesungstermin, haben nichts anderes zugelassen. Ist auch okay, wenn ich auch etwas mit der guten  Julya Rabinowitch f&#252;hle, die in jeder Abstimmung genannt wurde, aber am Ende leer ausgeht. (Nicht dass sie Chancen auf den Publikumspreis gehabt h&#228;tte, aber einer der anderen?)<br />
Ich bin jedes Mal wieder &#252;berrascht, was f&#252;r eine umst&#228;ndliche und unmediale Veranstaltung diese Wahl ist, aber auch sch&#246;n, sowas noch im Fernsehen sehen zu d&#252;rfen.<br />
Man hat irgendwie immer den Eindruck, dass die nicht-&#246;sterreichischen Autoren etwas skeptisch bez&#252;glich der &#246;sterreichischen W&#252;rdentr&#228;ger sind. Leicht verwirrt m&#246;chten sie die seltsamen, unberechenbaren Kreaturen aber nicht reizen und gehen freundlich l&#228;chelnd leicht auf Distanz.</p>
<p>Spinnen h&#228;lt jetzt die gleiche Abschlussrede wie jedes Jahr (so h&#246;rt es sich jedenfalls an, vielleicht war es auch nur die Er&#246;ffnungsrede in anderer Reihenfolge, man wei&#223; es nicht).</p>
<p>Ach und vor dem Interview mit Maja Haderlap nennt Christoph Schr&#246;der den Jahrgang tats&#228;chlich einen guten! Das ist doch mal was neues, dabei wei&#223; man doch, dass Bachmannjahrg&#228;nge traditionell schwach sind!</p>
<p>Hach, Bachmann was ein Spa&#223;! Ich war zwar viel zu m&#252;de dieses Jahr bei fast allen Lesungen, aber sch&#246;n war&#8217;s doch. Bis zum n&#228;chsten Mal!</p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 3.3</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 16:25:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Oh sch&#246;n, Frau Strigl in der Pause. Literaturkritik d&#252;rfe nicht zu harmlos sein, weil dann gro&#223;artige Texte auf demselben Niveau abgehandelt w&#252;rden, wie die mittelm&#228;&#223;igen. Ich habe das Gef&#252;hl, dass die Pausengespr&#228;che dieses Jahr nicht so nervig sind wie sonst. Michel Božikovi&#263; hat ein Videoportrait mit Kroatien mitgebracht&#8230;macht ja nur neidisch. Ansonsten viel Gerede mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh sch&#246;n, Frau Strigl in der Pause. Literaturkritik d&#252;rfe nicht zu harmlos sein, weil dann gro&#223;artige Texte auf demselben Niveau abgehandelt w&#252;rden, wie die mittelm&#228;&#223;igen.<br />
Ich habe das Gef&#252;hl, dass die Pausengespr&#228;che dieses Jahr nicht so nervig sind wie sonst.<br />
Michel Božikovi&#263; hat ein Videoportrait mit Kroatien mitgebracht&#8230;macht ja nur neidisch. Ansonsten viel Gerede mit ins Sprechen eingesogenen Auflachern, das weckt nat&#252;rlich keine Sympathien bei mir. Es w&#228;re wirklich oft besser, die Autoren w&#252;rden diese Videos einfach ablehnen.<span id="more-1710"></span><br />
Also noch ein Keller-Text, das macht keine gro&#223;en Hoffnungen nach dem Text von grade und diesem Video&#8230;<br />
Ein man-Erz&#228;hler, &#8230; er liest schnell, verliest sich hin und wieder, was mich nicht st&#246;rt, besser als diese Theatralik, trinkt viel. Leider kann ich nicht folgen, mir fehlt irgendein Anhalts-Punkt im Text, bin nicht dabei. Insel, Mond, Pischtole, Wespe, Krieg&#8230;</p>
<p>Winkels f&#228;ngt mit Positivem an, Erz&#228;hlsituation und -weise ergeben einen gewissen Drive. Eine spannende M&#228;nner-Unterhaltungsstory ist das. Ah, er sieht es auch so, ich bin also nicht allein.<br />
Sulzer diagnostiziert ein ganzes Symphonie-Orchester an &#220;berinstrumentierung, das verdient ein &#8220;lol&#8221; von mir. Er fragt sich, ob es die Imagination eines Jungen (ex-jugoslavischer Herkunft) sein k&#246;nnte, der &#252;ber eine Autobahn rast. Interessant!<br />
Strigl h&#228;lt das auch f&#252;r einen ausgesprochen k&#252;hnen Ansatz, sie w&#252;rde das eher in Kroatien verorten, es habe aber auch Ankl&#228;nge an eine s&#252;damerikanische Kriegsgeschichte, es finde eine &#220;berblendung statt. Es ist schon interessant, dass die Juroren so oft, viel &#246;fter als nicht, habe ich den Eindruck, Film-Vokabular verwenden. Strigl glaubt weiter, der Autor m&#246;chte durch die Geschichte auch mal ein &#8220;verfluchter Kerl&#8221; sein. Die Sprache (die einer deutschen Synchronisation eines amerikanischen Kriegsfilms, sagt sie) mache ihre Bem&#252;hungen, sich dem Text &#8220;freundschaftlich zu n&#228;hern&#8221; zunichte. Mhm.<br />
Sulzer sagt, die Sprache ist die des Jungen im Text, nicht die des Autors. Winkels reitet auf der &#8220;Tarantino-Funktion&#8221; herum: Das Sichtbarmachen woher die Sprache kommt, dies werde aber nicht erreicht.<br />
Jandl ist genervt: Man kenne dieses Volk (er meint jene Menschen, welche die Reifen ihres Autos laut quietschen lassen) und wenn das Intelligenz-Niveau der Figur auch dieses sei, dann mache ihm das den Text nicht sympathischer.<br />
So, jetzt Keller mit Erkl&#228;rung: Die Sprache mit all ihren Versatzst&#252;cken sei die der Figur, die keine Figur sei. Das &#8220;man&#8221; sei eine Maske, hinter der vermutlich nur ein gro&#223;es Chaos sei. Hemingway sei wieder am n&#228;chsten. Ja dann. Fe&#223;man erl&#228;utert, was sie gelesen hat: es sei kein Deserteur, das stehe ganz klar im Text. Ihr ist das Ganze unverst&#228;ndlich, diese seltsame Motivation der Figur, er meldet sich freiwillig in den Krieg und will sich dann umbringen&#8230; Sie kennt auch die Sprache, n&#228;mlich aus den Jugendb&#252;chern der 50er Jahre.<br />
Keller kehrt zur Figur zur&#252;ck. Sie spricht von einer Bewusstseinsexplosion, da w&#252;rde alles aufgewirbelt, alle Facetten des Charakters. Fe&#223;mann liest Zitate dagegen, Keller zeiht sie Behauptungen. Die beiden zanken noch ein bisschen weiter, Keller grummelt Unverst&#228;ndliches.<br />
Sulzer f&#252;hlt sich berufen, zu schlichten und spricht &#252;ber die Wespen-Stelle, die er scheinbar nicht schlecht fand.<br />
Spinnen hat die Bef&#252;rchtung, dass das der falsche Ausschnitt aus einer gr&#246;&#223;eren Konstruktion sei. Er sieht einen jungen Mann, der zwischen alle Fronten geraten ist. Er ist unzufrieden und wirkt auch unzufrieden dar&#252;ber, dass er unzufrieden sein muss.<br />
Keller kommt wieder auf die Extremsituation, die man nicht vom Krieg l&#246;sen kann. Fe&#223;mann sieht immer noch nicht, dass der wirklich im Krieg w&#228;re, sie m&#246;chte den &#8220;Helden&#8221; auch nicht auf eine &#8220;Maske&#8221; reduziert wissen. Sulzer springt Fe&#223;mann zur Seite, Jandl ist bei Spinnen, der, zu Recht nat&#252;rlich, meint, man k&#246;nne nichts analysieren, was nicht vorliegt. Es wird richtig diskutiert, allerdings ohne Ergebnis, jeder beharrt auf seiner Position. Ich kann mich an fr&#252;here Diskussionen erinnern, bei denen tats&#228;chlich Juroren-Meinungen ge&#228;ndert oder beeinflusst wurden&#8230; muss vermutlich aber ein besserer Text sein, der sowas ausl&#246;sen kann.<br />
Wie gesagt mag ich Keller, wegen ihrem ordentlichen Handwerk. Aber mit ihren Schlussfolgerungen (oder der Auswahl ihrer Texte) stimme ich selten &#252;berein&#8230;</p>
<p>Letztes Videoportrait von Thomas Klupp. Streichelzoo, der Off-Text klingt satirisch, m&#246;chte es wahrscheinlich aber nicht sein, oder doch, es ist manchmal so schwer zu sagen&#8230; Es geht um gutartige Tiere&#8230; fr&#228;nggischer Zungenschlach.<br />
Ich h&#246;re. Frau Professorin Faulstich?! Internetpornographie und Akademisches Institut. Mich irritiert das Kind im Publikum, der Text ist nicht unbedingt inexplizit. Ich bin sehr dankbar f&#252;r den fr&#228;nkischen Akzent, jeder andere w&#252;rde den Text unertr&#228;glich machen beim Vorlesen.<br />
Okay, Kontrast zwischen spie&#223;ig-existentiellem Bed&#252;rfnis nach einer Festanstellung und dem &#220;berkonsum von Internetpornos. Netter Ansatz.<br />
Der Text ist lustig, ich lache, aber ob er deswegen literarisch wertvoll ist&#8230; zu flapsig, sch&#228;tze ich. Aber ein sch&#246;ner Abschluss, was zum Aufwachen zum Bachmann-Ende. Ah! Jetzt eine Colin Firth Erw&#228;hnung und Pride &#038; Prejudice Namedropping. Auch nett.</p>
<p>Die Jury waltet ein letztes Mal. Frau Fe&#223;mann sieht es als problematisch an, dass der Text immer gr&#246;&#223;ere Reize braucht, um den gew&#252;nschten Effekt zu erzielen. Au&#223;erdem missbilligt sie irgendwie, dass es wohl Rollenprosa sei und vermutlich kritisch gemeint.<br />
Frau Keller beschreibt den Text als das Journal eines Mannes der sich dar&#252;ber Rechenschaft gibt, wie er zur Lesbe wird. Sie sieht einen Bruch in der Personenkonstruktion. Ich kann nicht nachvollziehen, wann welcher Juror findet, dass Personen widerspr&#252;chlich gezeichnet sind. Jandl verk&#252;ndet, dass der Text schnell langweilig wird und schaut stolz in die Runde, dass er das gesagt hat.<br />
Frau Strigl fand den Text interessant, wei&#223; aber nicht, wie das als Roman weitergehen soll. Das Spannende ergibt sich daraus, dass das Verbotene zum Arbeitsumfeld wird, au&#223;erdem gef&#228;llt ihr der irrwitzige Konkurrenzkampf zwischen Frauen und M&#228;nnern, der Text habe Beichtcharakter und alles in allem sei es eine gro&#223;artige Idee. Ihr einziger Einwand bezieht sich auf die Figur. Die Erz&#228;hlerfigur zeichne sich als jemand der willentlich angepasst ist, an seine Situation oder das System. &#220;berdurchschnittlich sei er nicht, ein durchschnittlicher Held w&#252;rde schnell langweilig werden und ein Schelm sei er auch nicht wirklich, sie zuckt die Schultern.<br />
Yeah, Spinnen erw&#228;hnt Karl Kraus, das war aber jetzt in letzter Minute! Es sei ja traurig f&#252;r die Satire, sagt er zu Strigl, die gro&#223;e &#196;hnlichkeiten mit dem echten akademischen Betrieb gesehen hat, wenn sie so nah an der Realit&#228;t ist. Er erkl&#228;rt jetzt wieder viel, was es h&#228;tte geben k&#246;nnen in dem Text oder mit dem Text. Der Abgrund der Materie rutsche v&#246;llig in diese Figur, die er als traditionell satirisch sieht.<br />
Sulzer sagt jetzt, was ihn gest&#246;rt hat, Dinge, die durch ein Lektorat aufgehoben werden m&#252;ssten. Bringt aber nur schale Einw&#228;nde vor f&#252;r mich. Sonst fand er ihn &#8220;sehr komisch, aber nur begrenzt komisch&#8221; (das sollte das Lektorat rausstreichen). Winkels klingt, als w&#252;rde er gegen den Text reden, dabei hat er ihn doch eingeladen&#8230; aber scheinbar verstehe ich einfach nicht, was er sagen will.<br />
Es werden wieder die gleichen Argumente wiederholt.<br />
Kurz bevor der Spuk vorbei ist freut sich Daniela Strigl noch, dass einige gelungen Satiren unter den diesj&#228;hrigen Texten waren, sogar aus Deutschland, daf&#252;r erh&#228;lt sie zweimal Applaus.<br />
Und dann ist es auch schon gleich vorbei.<br />
<strong>Nicht vergessen: <a title=\"Abstimmen\" href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy4zc2F0LmRlL3BhZ2UvP3NvdXJjZT0va3VsdHVyemVpdC9zcGVjaWFscy8xNTUzNDEvaW5kZXguaHRt" target=\"_blank\">Abstimmen</a>, wer den Publikumspreis erhalten soll! Nur noch bis 20 Uhr! </strong></p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 3.1</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 15:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spooked</dc:creator>
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		<description><![CDATA[War ja klar, dass ich den Anfang verpasse, wenn es fr&#252;her losgeht&#8230; Wie kann man denn so fr&#252;h schon so traurig lesen. Der Autor, Leif Randt (was nat&#252;rlich ein super Name ist), hat aber das Publikum im Griff. Laute Lacher und hoch synchrones Umbl&#228;ttern. Ich lese vorsichtshalber kurz ohne Ton den Anfang nach. Ah, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>War ja klar, dass ich den Anfang verpasse, wenn es fr&#252;her losgeht&#8230;<br />
Wie kann man denn so fr&#252;h schon so traurig lesen. Der Autor, Leif Randt (was nat&#252;rlich ein super Name ist), hat aber das Publikum im Griff. Laute Lacher und hoch synchrones Umbl&#228;ttern. Ich lese vorsichtshalber kurz ohne Ton den Anfang nach. Ah, das Konzept spricht mich ja schon mal an. Stepford-Wives mit Literaturstudenten oder so, viele Anspielungen, irres Verhalten im Kleinen und so. Die Badewannenszene ist super. Erinnert es mich an Brautigan? Ich habe aber stellenweise Probleme mit der Sprache, manchmal klingt es arg konstruiert oder unbeholfen. Wom&#246;glich hei&#223;t das aber was. Muss auch nochmal in Ruhe gelesen werden.<span id="more-1707"></span><br />
Kaum endend wollender Applaus.<br />
Winkels nennt es einen gelungenen Auftakt, Randt schildere eine Welt ohne Tragik, alles sei sch&#246;n etc., trotzdem habe man aber das Gef&#252;hl, er schildere einen Teil unserer Welt.  Ein satirischer Text, der ausgerechnet durch Genauigkeit nicht langweilig ist. Die &#8220;All-Age-Wellness-Kultur&#8221; in der Sprache umzusetzen sei sehr gelungen.<br />
Daniela Strigl greift die &#8220;Generation Obstkorb&#8221; aus dem Text auf, ad&#228;quate Umsetzung in Sprache der Trueman-Show. Sie sieht Selbstbeobachtung und retrospektive Trendforschung. Auch Meike Fe&#223;mann beschr&#228;nkt sich auf Beschreibungen des Geh&#246;rten: Ein Possenspiel &#252;ber die 68er, die mit einem Hedonismus angetreten seien, der jetzt mit Marketing kurzgeschlossenen sei. Sie sieht aber eine Parallele zu Antonia Baum. Nur, dass hier das Gegenteil behauptet wird, die Eltern sein zu cool. Dann kritisiert sie doch noch: Das Generationenthema scheint ihr zu abgegriffen.<br />
Jandl macht sich Gedanken &#252;ber die r&#228;umliche Zusammensetzung des Textes. Problem sei, dass nicht auszumachen ist, was das Authentische ist, von dem aus diese Geschichte ausgeht. Er hat bis zum Ende keinen ontologischen Kern des Textes gefunden.<br />
Keller nennt gerade diese Oberfl&#228;chlichkeit als Konzept des Dramas. Alles werde aber angesprochen: ein fr&#252;hkindliches Kuchen-Drama sei ebenso gut und erfolgreich gel&#246;st, wie der sexuelle Misserfolg des Mannes, der damit umgehen k&#246;nne, wie gut die Frau damit umgehen k&#246;nne.<br />
Sp&#228;ter scherzen Keller und Winkels &#252;ber eine m&#246;gliche Publikumsabstimmung, ob der Text Schmerz verursacht h&#228;tte.<br />
Sulzer spricht jetzt zu seinem Kandidatentext, &#252;ber Irritationsmomente. Er erw&#228;hnt den seltsamen Badewannen-Moment (der hat mich auch gewundert, war sicher eine der Stellen, die mich an Brautigan haben denken lassen). Sulzer sieht das etwas als Science Fiction, so etwas 10 Jahre in der Zukunft, und er situiert den gelesenen Text kurz vor dem Zusammenbruch dieser Gesellschaft.<br />
Jandl kann sich aber au&#223;er faulenden Bananen keinen apokalyptischen Zusammenbruch in dieser belanglosen Welt vorstellen. Spinnen ist aufgewacht: Ja, nat&#252;rlich kommt der Zusammenbruch! Er kommt zur Ironie, wenn ein Literaturagent mit seiner ehemaligen Professorin, die Caulfield hei&#223;t, in die Wanne steige sei das aber sehr ironisch. Es sei sch&#246;n, lustig und unterhaltsam und das sei das Problem. Dann sagt er etwas wie, dass es darum gehe, ob man in den Spalt zwischen der Realit&#228;t und der Ironie hineinkomme. Nunja.<br />
Es wird tats&#228;chlich schon weiter diskutiert. Winkels sagt, dass es nat&#252;rlich nicht Aufgabe von Literatur sei, unsere Welt komplett abzubilden. Was wolle man denn noch mehr, als wenn ein Text das  Problem mit seiner Identit&#228;t auch selbst aufgreift. Jandl und Sulzer reicht das aber nicht. Es wird tats&#228;chlich diskutiert. Strigl geht in den Text: Ihr macht die Aussicht auf solche Liebesszenen in der Zukunft (flach und oberfl&#228;chlich) Angst. Sie jedenfalls findet es gro&#223;artig und muss dann auf Spinnens Einwand hin, darauf verweisen, dass sie sich sehr wohl f&#252;rchten und gleichzeitig lachen k&#246;nne. Recht hat sie.</p>
<p>Jetzt das Videoportrait von Anne Richter. H&#246;rt sich kompliziert an und sticht gegen das Leipziger Institut, wenn ich richtig h&#246;re.<br />
Anne Richter blickt dann fast schon strafend in die Runde, bis der Applaus abebbt und liest.<br />
Bei mir zuhause passieren w&#228;hrend ihrer Lesung leider aufregendere Dinge als im Text (Kaffee kochen, Fr&#252;hst&#252;ck suchen etc.), so dass ich mich nach den ersten Minuten geistig verabschiede, auch wenn der Ton weiterl&#228;uft. Ich werfe sp&#228;ter noch einen pflichtbewussten Blick in den Text auf der Bachmannseite, finde aber keinen Zugang.<br />
Auch von der Diskussion kann ich wenig berichten, die ging auch an mir vorbei. Ich h&#246;re klassisch und &#8220;wieder eine Th&#252;ringer Waldgeschichte&#8221;, naiv und leise. Nun ja, f&#252;r mich war das jetzt nix.<br />
Ich bin jedenfalls nicht unfroh, dass jetzt erst mal Pause ist. (Gef&#252;llt mit Sybille Berg, die f&#252;r mich irgendwie gar nicht in die Klagenfurt-Ecke passen will.)</p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Zwischenmeldung</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 14:36:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die letzten beiden Teile folgen demn&#228;chst. Aber: Nicht vergessen: Die Abstimmung f&#252;r den Zuschauerpreis l&#228;uft nur bis heute abend 20h. Und zwar da: Abstimmung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten beiden Teile folgen demn&#228;chst.</p>
<p>Aber: Nicht vergessen: Die Abstimmung f&#252;r den Zuschauerpreis l&#228;uft nur bis heute abend 20h. Und zwar da:</p>
<p><a title=\"Abstimmung\" href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy4zc2F0LmRlL3BhZ2UvP3NvdXJjZT0va3VsdHVyemVpdC9zcGVjaWFscy8xNTUzNDEvaW5kZXguaHRt" target=\"_blank\">Abstimmung</a></p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 2.2</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 12:51:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seltsames, hoffentlich scherzhaft gemeintes Portrait &#252;ber &#8220;den Biber&#8221; von Bu&#223;mann. Sie liest mit hochgezogenen Augenbrauen &#252;ber Fugen und Unkraut. Der Text erinnert mich nach mehreren Minuten immer noch an Scholz und spricht mich dementsprechend nicht an. Diese Trauerpredigt-Vortr&#228;ge ver&#228;rgern mich zunehmend.  &#8220;Wie halten sie das eigentlich aus&#8221; fragte Waldschmitt (oderwieerhei&#223;t). Frage ich mich auch&#8230; F&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seltsames, hoffentlich scherzhaft gemeintes Portrait &#252;ber &#8220;den Biber&#8221; von Bu&#223;mann.<br />
Sie liest mit hochgezogenen Augenbrauen &#252;ber Fugen und Unkraut. Der Text erinnert mich nach mehreren Minuten immer noch an Scholz und spricht mich dementsprechend nicht an.<br />
Diese Trauerpredigt-Vortr&#228;ge ver&#228;rgern mich zunehmend.  &#8220;Wie halten sie das eigentlich aus&#8221; fragte Waldschmitt (oderwieerhei&#223;t). Frage ich mich auch&#8230;<span id="more-1700"></span><br />
F&#252;r Fe&#223;mann ist es ein genau gearbeiteter Text, junge Autorin setzt sich ins Verh&#228;ltnis zur Welt oder so&#8230; Sie wollte wohl nur die Diskussion in die richtige Richtung lenken.<br />
Winkels stellt fest, dass Ausgangsprinzip Unkraut war, der Text weite sich dann aber. Es sei Konsequenz des Textes, dass der Leser keinen Zugriff auf das &#8220;Dahinter&#8221; hat&#8230; Fe&#223;mann m&#246;chte den Lehrer nicht als Zwangsneurotiker begriffen haben, Winkels sagt, das habe er nicht gemeint.<br />
Sulzer sieht sich selbst nicht als Zwangsneurotiker, sondern mehr als Hobby-Unkrautj&#228;ter. Er hat Probleme mit dem Text, z.B. mit der Mutter, die ihm zu schnell von b&#246;se nach dement wechselt.  Homoerotik sei da, ganz klar. Der Mann sei eindeutig schwul, und wenn nicht, dann sei er verklemmt. Sulzer hat aber ein Problem mit dem Darstellen von Pornographie hier.<br />
Spinnen: die Frage nach der Sexualit&#228;t rutscht in die Funktionale. Es sei die Frage danach, ob denn nicht einmal &#252;berhaupt etwas passieren k&#246;nnte.<br />
Keller m&#246;chte auf eine sprachliche Dimension hinweisen, die sie als St&#228;rke des Textes empfindet: die Autorin scheine eine Meisterin der Mikrowelten zu sein (ich habe zuerst nat&#252;rlich Mikrowellen verstanden).<br />
Wenn ich mir die Jury so anh&#246;re denke ich, ich h&#228;tte besser den Ton ausgemacht und den Text selbst gelesen. Fe&#223;mann zum Thema Machart und Thema&#8230; wird von Clarissa unterbrochen, die versucht zu moderieren, leider verwechselt sie das mit was anderem.<br />
Strigl schildert ihre Sicht: intelligente Sonderlinge seien das. Der Lehrer hat alle H&#228;nde voll zu tun, indem er gegen alle von au&#223;en k&#228;mpft. Sch&#246;n erz&#228;hlt, genau gemacht, es habe einen fahlen Glanz, der absichtlich kultiviert wird. Aber auch Unsch&#228;rfen in den Formulierungen, z.B. in der Stirngeographie. Winkels hatte zun&#228;chst dasselbe Problem, konnte sich dann aber auf der Stirn orientieren, wei&#223; aber nicht, ob es das wert war.<br />
Endlich diskutiert die Jury mal richtig sch&#246;n, wenn auch nicht &#8220;b&#246;se&#8221; genug, dass es wirklich spannend w&#228;re.<br />
Lauter Applaus am Ende f&#252;r Nina Bu&#223;mann.</p>
<p>Jetzt kommt Steffen Popp. Mit einem Portrait das ein spanischer Videok&#252;nstler gestaltet hat. Uh, aufregend! Sieht auch gleich entsprechend Spanisch aus, ein wei&#223;er Plastik-Stuhl wird vor einer h&#228;sslichen Wand (mit Unkraut) hin und her geworfen. Gut.<br />
Fe&#223;manns Autor. Er liest mit Halstuch. Und seltsam, wirkt wie 12, evtl. auch 13. Ich denke, ich lese jetzt wirklich mal ohne Autoren-Ton.<br />
Cornelia, Berthold, Dirk&#8230; ich wei&#223; ja nicht. Der Vortrag ist wirklich nicht aushaltbar, auch ohne Ton, nur mit Bild, nicht, ich schalte ganz weg. Und lese.<br />
Das ist jetzt wohl wirklich mal, was ich als eine eigene Sprache des Autors bezeichnen w&#252;rde, aber eine unvorteilhafte in meinen Augen. Also, ich erkenne die Linie, finde sie aber nicht sch&#246;n.<br />
Strigl steigt ein: Es sei eine Spurensuche auf verschiedenen Ebenen, historische Spuren und die Frage nach der Verwertbarkeit von historischen Spuren, ob man diese oder jene Beobachtung ausbeuten k&#246;nne. &#8220;Film&#8221; scheint ihr ausschlaggebend zu sein, als Schicht, die sich &#252;ber alles legt, aber auch als Standbilder eines Films, die hier gezeigt werden. F&#252;r sie ein sehr reicher Text, der eine gewisse Konzentration beim Verfolgen der Bilder erfordert.<br />
Winkels m&#246;chte auf die poetische Kategorie zu sprechen kommen, es kommt ihm vor wie etwas Halbfertiges, das sich als vollendet zu verstehen gibt. Stimmt wohl. Der Leser sei unter Druck, diese unfertigen Elemente zu verbinden.<br />
Sulzer muss zurecht auf den &#8220;litaneihaften&#8221; Vortrag zu sprechen kommen. Der Text hat sich ihm so nicht sehr entschlossen. Er hat auch den Eindruck, dass in dem Text &#8220;Erhabenheit simuliert&#8221; wird, ein Zitat aus dem Text. Er habe da keine eigentlich Meinung dazu (und ich f&#252;hle da mit ihm), aber daf&#252;r sei ja Frau Fe&#223;mann da. Nett. Dann sagt er noch, dass all das zu lyrisch sei. Er verlange keine Psychologie, aber er erkenne nichts und die Personen seien zu austauschbar.<br />
Frau Keller nimmt, inzwischen, wenig &#252;berraschend, einen ganz gro&#223;en Eigensinn wahr. Eine Recherchereise, die Arch&#228;ologie eines Dorfes. Sie spricht immer so nett. Ich h&#246;re ihr gerne zu, kann auch meist verstehen, was sie sagt oder meint, auch wenn ich es selbst nicht meine. Sie meint es jedenfalls immer gut, auch wenn sie nichts Gutes finden kann. Aber irgendwie&#8230; Ihr fehlt jedenfalls die Erkenntnis, was den Text, das Inventar tr&#228;gt, die Motivation, es sei pittoresk, l&#228;sst sie aber ratlos.<br />
Frau Fe&#223;mann m&#246;chte die Argumente jetzt mal ordentlich aufr&#228;umen. Halbfertig sei das ja wohl nicht. Es sei in der Tat eine Rekonstruktion, sie erkl&#228;rt uns die Personen. Sie hat &#8220;unglaublich poetische Bilder&#8221; im Text entdeckt.<br />
Spinnen stellt die &#8220;bl&#246;de prosaische Frage: &#8220;Ja, und? Th&#252;ringen?&#8221;. Es liege nicht im Text, sondern am Leser, noch mal an den Text zu gehen, und es reiche nicht, dass nur jemand eine Poesie &#252;ber etwas anderes webt. Er f&#252;hlt sich wohl nicht wohl als vernachl&#228;ssigter Intellektueller und nur auf den technischen Analytiker reduziert.<br />
Frau Keller stimmt ein und fragt wieder nach dem, was die Suche tr&#228;gt. Spinnen hat ein Problem mit Literatur die &#8220;Du nicht&#8221; sagt. Und Frau Fe&#223;mann gibt nicht auf.<br />
Jandl greift wieder das Eigeninitiative-Horn auf: Es sei ein legitimes Anliegen der Literatur, den Leser auch mal was machen zu lassen. Er habe diese Erfahrung mit dem Text bei mehrmaligem Lesen gemacht und dabei hat er neue Motive, neue poetische Bilder entdeckt.<br />
Auch Daniela Strigl ist froh, dass hier dem Leser mal etwas zugemutet wird. Der Vortrag habe allerdings witzige Bilder verschluckt. Nicht nur Kritiker als Professionelle, sondern auch die Leser m&#252;ssen sich hier mal bem&#252;hen.<br />
Ich bin sehr froh, dass heute mal richtig geredet wird in der Jury, nach dem etwas langsamen Anfang gestern tut das gut. Deswegen schaue ich doch Bachmann!<br />
Herr Winkels hat dann v&#246;llig recht, wenn er eine selbstreflexive Stelle zitiert, die darauf verweist, dass der Text eben keine Reportage ist (wie Spinnen ja vorhin auch gesagt hat), Frau Fe&#223;mann m&#246;chte das aber nicht verstehen, denn das sei doch m&#246;glich, dass ein Mikrofon unter eine Couch f&#228;llt, sagt sie. Sie hat aber scheinbar &#252;berh&#246;rt, dass sich Winkels auf die Selbstreflexivit&#228;t bezieht, nicht auf die Handlung&#8230; &#252;berm&#252;det oder schlampig in der Analyse?<br />
Das war der zweite Tag. Ich bin immer noch schrecklich m&#252;de, von Kopfschmerz und &#220;belkeit geplagt und sehe dem gro&#223;en Gewitter hoffnungsvoll entgegen, das hier gerade &#252;ber den Baumwipfeln aufzieht. Mir ist so lyrisch zumute.</p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 2.1</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 00:43:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Guten Morgen. Es liest Linus Reichlin, und zwar die ersten drei Kapitel eines Romans. Ein Teaser also. Es geht los mit einem verirrten M&#246;rder, der versucht, Zitate zu rekonstruieren. Weiter mit Bomben, Krieg, Innenansicht von Soldat im Schockzustand? Es pl&#228;tschert so dahin, ich bin noch nicht ganz wach, ist aber nicht schlecht zum Aufwachen, Schweizer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Morgen.<br />
Es liest Linus Reichlin, und zwar die ersten drei Kapitel eines Romans. Ein Teaser also.<br />
Es geht los mit einem verirrten M&#246;rder, der versucht, Zitate zu rekonstruieren. Weiter mit Bomben, Krieg, Innenansicht von Soldat im Schockzustand? Es pl&#228;tschert so dahin, ich bin noch nicht ganz wach, ist aber nicht schlecht zum Aufwachen, Schweizer Vorleser sind ja immer recht angenehm im Ohr&#8230;<br />
Es passieren und passierten einige Dinge, ich bin nicht auf allen Ebene auf dem Laufenden, das mag aber sehr am Thema liegen, mit Krieg kann ich ja nicht so.<span id="more-1694"></span><br />
Ausnahmsweise spricht Winkels zuerst. Er findet das Thema mutig, wegen Krieg und Aktualit&#228;t, hat aber ein Problem mit dem imaginierten Stoffreichtum, lobt aber die gute Sprache. Aber er f&#252;hlt sich an einen &#8220;innerpsychischen Fernsehfilm&#8221; erinnert, in dem das Setting immer als solches erkennbar sei. Jetzt auch noch &#8220;was von einer griechischen Trag&#246;die&#8221;.<br />
Grrrr. Was glaubt denn Clarissa, dass Winkels da schon an einem Punkt war, an dem er sich h&#228;tte bremsen lassen? Nein. Vor allem k&#246;nnte sie ja auch, egal was sie macht, es weniger unfreundlich und widerwillig tun&#8230;<br />
So, jetzt Sulzer. &#8220;Wir haben das Feld der Familie verlassen.&#8221; Ach. Das sollten wirklich alle mitgekriegt haben. Auch Jandl m&#246;chte sich anschauen, mit welchen literarischen Mitteln da gearbeitet wird. Der Begriff Kolportage f&#228;llt mehr als einmal, ich finde das jetzt zu viel.<br />
Frau Fe&#223;mann wusste schon, dass Winkels auf den Satz mit dem Stoff in Afghanistan reagieren wird. Sie findet den Text aber offensichtlich gut, es sei spannend und auch das Thema, das eines neuen Krieges, sei gut gew&#228;hlt. Die Sandale sei das Symbol f&#252;r das Allt&#228;gliche, das auch neben dem Schrecklichen existiere (bin ich die einzige, die an &#8220;Life of Brian&#8221; denkt?). Sicher ist sie das, aber wie k&#246;nnen denn andere Juroren das nicht mitgekriegt haben? Ich bin jedes Jahr wieder an einigen Punkten erstaunt, mit welchem (oder ohne welches) Handwerkszeug die Juroren an die Texte gehen. (Wahrscheinlich mag ich Frau Keller deswegen so gerne, die macht das wenigstens ordentlich und mit Konzept.)<br />
Clarissa st&#246;rt den Gespr&#228;chsfluss. Kurz wei&#223; niemand, wer jetzt dran ist oder sein sollte. Strigl erbarmt sich, die sieht aber sehr m&#252;de aus heute. Auf der Suche nach dem Neuen im Text, im Vergleich mit Hemingway findet sie zwar Unterschiede, aber keine Weiterentwicklung sondern einen Text ohne Risiko. Und dabei h&#228;tte Hemingway so dringend eine Weiterentwicklung n&#246;tig!<br />
F&#252;r Frau Keller ist das so ein toughes Thema, dass sie gar nicht aufh&#246;ren kann, &#8220;tough&#8221; zu sagen. Der Akzent sei aber in Wirklichkeit die M&#246;glichkeit der Rekonstruktion einer Schuld. Der Zweite im M&#228;nnerduo, Khalili, d&#252;nke sie eigentlich interessanter. Sie ist sich auch nicht sicher, ob man in solchen Extremsituationen an lateinische Deklinationen denkt. Frau Fe&#223;mann schon. Gerade dann.<br />
Spinnen wirft sich dazwischen. Er erz&#228;hlt einen Schwank aus seinem Soldatenleben. Findet den Erz&#228;hler/Autor souver&#228;n. Frau Fe&#223;mann verteidigt den Text wegen der Distanz die im Text m&#246;glich sei und m&#246;chte nicht, dass Spinnen ihm Souver&#228;nit&#228;t vorwirft.<br />
Jandl findet den Blick sehr eng. Jetzt wird tats&#228;chlich fast gestritten. Fe&#223;mann verteidigt standhaft den Seelenkonflikt im Text, den eine Reportage nicht darstellen k&#246;nne. Sie gibt einfach nicht nach. Da erkl&#228;rt ihr Spinnen, dass sie den &#8220;neuen Krieg&#8221; nicht verstanden hat.</p>
<p>Die N&#228;chste ist Maja Haderlap. Videoportrait mit Wald.<br />
Anfangs war ich noch bei ihr im Text. Wald, Radioreportage, Holzf&#228;ller, mit dem Vater in die Arbeit fahren&#8230;<br />
Inzwischen aber zu viel Kriegsnacherz&#228;hlung durch dritte Figuren. Und wieder so ein undurchsichtiger Krieg.  Irgendwie ist mir das auch insgesamt schon wieder zu viel indirekte Rede.<br />
Keller: Ein unerh&#246;rt langsamer Rhythmus. Sie hat sich auch immer wieder gefragt, wie alt dieses M&#228;dchen ist. W&#228;ldchen-Wald-Metapher am Anfang steht in Bezug auf K&#228;rnten, aber auch scheinbar auf den Text, wenn ich sie richtig verstanden habe. Das w&#228;re nat&#252;rlich schon mal eine ganz neue Ebene.<br />
Sulzer lobt einen beinahe makellosen Text. Nostalgisch. Er hat nicht wirklich was zu sagen, m&#246;chte aber noch seinen Lieblingssatz vorlesen, raschelt mit den Bl&#228;ttern, findet ihn nicht, behilft sich mit &#8220;Dachau, Dachau&#8221;.<br />
Jandl liefert historischen Hintergrund, diese seien eine Eben, dann die des heranwachsenden M&#228;dchens und dann die aktuelle Ebene des Erz&#228;hlens, hm&#8230; er sieht auch: feine sprachliche Nuancen und ganz pr&#228;zise sprachliche Bilder.<br />
Frau Fe&#223;mann hat Respekt vor Ruhe, Unaufgeregtheit und Thema des Textes. W&#252;rde ihn aber doch wesentlich tiefer ansetzen, wegen der kindlichen Ich-Erz&#228;hlerin. Angemessene Zweifel, meint sie, denn so m&#252;sste sie &#8220;Der klingende Name Dachau&#8221; sagen, das sei problematisch (ausgerechnet das war doch Sulzers Lieblingssatz!).<br />
Clarissa bitcht weiter wegen der Zeit&#8230;. Juroren und Moderatorin scheinen eine ungl&#252;ckliche Schicksalsgemeinschaft zu sein. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation nicht weiter zuspitzt und sich zu einem literaturw&#252;rdigen Thema entwickelt.<br />
Daniela Strigl verteidigt den Dachau-Satz. Der Wald er&#246;ffne einen Geschichtsraum, zeichne die Menschen, und habe am Ende das letzte Wort, er &#252;berwuchere alles, die Menschen und die Geschichte. Sie spricht sehr erregt &#252;ber einen Vater, an dem man sich nicht &#8220;anhalten&#8221; k&#246;nne.<br />
Hubert Winkels sieht sich selbst im Mittelfeld, hat nur penible Einw&#228;nde, sagt er selbst. Lektor-Kritik: Das Ende des Textes passt nun wirklich nicht f&#252;r ihn. Aber das sei ein Leichtes f&#252;r einen Lektor, das zu &#228;ndern.<br />
Auch Spinnen geht auf den letzten Satz ein. Der sei ungeheuer schwer, wie eine andere Materie, ein Bleikern unter dem Text, habe ihn schwer irritiert. Es stimmt, was er sagt, aber beim Vortrag vorhin hatte ich den Eindruck gar nicht.<br />
Insgesamt st&#246;rt mich jetzt, dass fast nur &#252;ber den Inhalt und kaum &#252;ber die Sprache geredet wurde, denn die fand ich jetzt nicht so &#252;berzeugend. Mag aber auch mit dem Vortrag zusammenh&#228;ngen.</p>
<p>Weiter mit Julya Rabinowich, auch sie liest einen Teil eines Romans.<br />
Mit Leo im Bett und wilde Hunde am Strand. Au&#223;erdem ist es hei&#223;. Gut. Dann liegt die Ich-Erz&#228;hlerin pl&#246;tzlich an die feuchte Erde gepresst&#8230;<br />
Es war dann doch etwas verwirrend. Tja, Romananfang, ich h&#228;tte lieber etwas Abgeschlossenes von ihr geh&#246;rt, noch lieber gelesen, der Vortrag war eher nicht zutr&#228;glich. Ich glaube, ich werde den Text aber noch mal lesen, irgendwas war da.</p>
<p>Winkels erkl&#228;rt, dass wir da eine Frau in verschiedenen mythischen Verkleidungen vorgef&#252;hrt bekommen, aber der Text w&#252;rde nicht funktionieren.<br />
Sulzer dagegen hat eine Erbschleicherin gesehen, die an das Geld des Mannes ran will. Spannend sei an diesem schwierigen Text das Konterkarieren von Allt&#228;glichem mit Mythologischem.<br />
Jetzt schlie&#223;t Frau Fe&#223;mann uns den Text endg&#252;ltig auf: Eine osteurop&#228;ische Frau arbeitet bei einem kranken Mann. Aber Hallo, Frau Keller versteht das nicht, wo stehen w&#252;rde, dass die Frau arbeitet, will sie wissen. Die zwei sind sich nicht ganz gr&#252;n&#8230;<br />
Frau Fe&#223;mann weiter: ihr gefallen die starken k&#246;rperlichen Bilder f&#252;r weiblichen Ekel gegen&#252;ber einem M&#228;nnerk&#246;rper, der Ekel liegt darin, dass sie diesen kranken Mann betreuen muss. Mit den starken Ekel-Bildern hat sie recht. Das habe ich sogar im Vortrag geh&#246;rt, wusste es aber nicht zu benennen.<br />
Frau Strigl findet den Text auch nicht schwierig zu verstehen, die mythischen Deutungen seien legitim und interessant, ihr scheint klar, dass Liebes- und Arbeitsverh&#228;ltnis nicht zu trennen sind. Alles an der Geschichte sei merkw&#252;rdig, die Frau w&#252;rde eine geballte Aggressivit&#228;t ausstrahlen. Die Aggressivit&#228;t sei mit einem absoluten Mangel an Wehleidigkeit gepaart. Stimmt! Deswegen fand ich den Text wohl gut vertr&#228;glich. Die Sehnsucht der Frau, wieder rein und unbefleckt zu sein, in die Erde einzugehen, das sei die Utopie. Jetzt wei&#223; ich wenigstens, warum sie den Text eingeladen hat, und ich bin neugieriger geworden.<br />
Jetzt kommt aber Jandl, f&#252;r den das ein wahrlich einfacher Text ist: Jeder k&#246;nne sich aus der Vielzahl der Motive eines aussuchen. In seiner pers&#246;nlichen &#8220;verschwurbelten Lesart&#8221; sei es der Versuch, sich in eine Genealogie einzuschleichen.<br />
Spinnen setzt sich dem &#8220;Verdacht aus, &#246;sterreichische Autoren als Vergleich heranzuziehen&#8221; und erkl&#228;rt uns einen Schnitzler-Roman. Daraus schlie&#223;t er, dass die Story toll sei, auch wenn schon mal bei Schnitzler etwas &#228;hnliches vorgekommen sei. Aber er findet keine Muse, sich auf den Plot einzulassen, wegen eines gro&#223;en Aufwandes, den &#220;berbau klar zu machen. Er habe nur das Gef&#252;hl, die Autorin h&#228;tte wohl ihren Text zu gerne, wie ein Kind, das sie mit zu viel ausstattet, bevor es zur Musikschule geschickt wird. Ein Instrument h&#228;tte gereicht. Die Autorin l&#228;chelt nicht verst&#228;ndnislos.<br />
Fe&#223;mann wiederholt unnachgiebig, dass dies ein Ekel-Text sei, der &#252;berhaupt nichts mit Schnitzler zu tun habe. Strigl widerspricht und gratuliert Spinnen zur Schnitzler-Spur.<br />
Irgendwann schreitet Clarissa ein und &#252;bergibt in die Pause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Und ich jetzt auch mal Pause, Schlaf-Pause, der Rest wird nachgereicht.</em></p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 1.2</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 12:02:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In der Pause sitzt Wawerzinek im Garten: Der ist so sch&#246;n altmodisch DDR. Es gebe &#252;berhaupt keine Stelle, meint er, bei dem man beantragen k&#246;nne, dass 10 Jahre &#8220;Schreiben im Stillen&#8221; wertgesch&#228;tzt w&#252;rden. Eine sch&#246;ne Idee. Es geht weiter und es liest nun Anna Maria Pra&#223;ler. Lamentierender Vortrag mit schwacher Stimme, liest leider wie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Pause sitzt Wawerzinek im Garten: Der ist so sch&#246;n altmodisch DDR. Es gebe &#252;berhaupt keine Stelle, meint er, bei dem man beantragen k&#246;nne, dass 10 Jahre &#8220;Schreiben im Stillen&#8221; wertgesch&#228;tzt w&#252;rden. Eine sch&#246;ne Idee.</p>
<p>Es geht weiter und es liest nun Anna Maria Pra&#223;ler.<br />
Lamentierender Vortrag mit schwacher Stimme, liest leider wie in der Schule. Kolloquium, Institut &#8211; Campus-Geschichte? Alles so traurig&#8230;<br />
Frau Fe&#223;mann sieht nicht mehr als ein Storyboard. Sulzer verk&#252;ndet die zweite Klagenfurter Weisheit: Eine Geschichte besteht aus S&#228;tzen. Vorhin schon (von Jandl?): Literatur besteht aus Sprache. Aber weiter: Sulzer las etwas eigentlich Spannendes, angereichert mit Trivialit&#228;ten.<br />
Winkels sp&#252;rt die Absicht und ist verstimmt. Sagt &#8220;Seminargerede&#8221;. Ihm ist der Text viel zu deutlich. <span id="more-1684"></span>Sulzer musste &#8220;nirgends so viel anstreichen&#8221;. Die Jury passt sich, wie so oft, dem Thema an und korrigiert und streicht und bem&#228;ngelt wie in der Schule oder an der neumodischen Uni.<br />
Die angenehme und unaufgeregte Frau Keller findet es ehrenwert, dass die Figur &#8220;die ihr gem&#228;&#223;e Sprache erh&#228;lt&#8221;. Da schreitet Jandl aber ein. Und bringt mich netterweise zum Lachen, indem er die &#8220;Schlagers&#228;tze&#8221; des Textes vortr&#228;gt. Sehr sch&#246;n. Jetzt k&#246;nnte Kunst draus werden. Im Weiteren findet Jandl den Text nicht sehr existentiell.<br />
Meike Fe&#223;mann findet einen originellen Satz &#252;ber den Skandal des Todes. Sie scheint die einzige zu sein, die sich f&#252;rs Fernsehen angezogen hat, ihr Jackett hat eine ganz hervorragende Farbe.<br />
Achtung jetzt, Spinnen erkl&#228;rt wieder, wer im Text was spricht. Er verwehrt sich dagegen, dass er den Text eingeladen habe, um etwas &#8220;Triviales unterzuschmuggeln&#8221;. Er erkl&#228;rt und verteidigt also seinen Text und blickt dabei oberlehrerhaft in die Runde. Ein interessantes Psychogramm, sacht er. Fe&#223;mann nennt das eine &#8220;interessante Exegese&#8221;, fragt aber (nicht ganz zu Unrecht, nat&#252;rlich), ob es denn &#252;berhaupt daf&#252;r Anhaltspunkte im Text g&#228;be.<br />
Jandl gibt es zu Denken, dass er den Vortrag von Spinnen besser fand, als den Text. Winkels z&#228;hlt die wenigen Worte des Mannes im Text (9 St&#252;ck in drei Dreierp&#228;ckchen), macht aber weiter nichts draus. Zum Ende noch Frau Strigl. Zitiert die Bibel und bekennt sich zu einer gewissen Lauheit, ich mag sie noch.<br />
Winkels und Spinnen gegen Strigl in Sachen, sind die Zitate gef&#228;lschte Zitate, Interpretationen oder was. Sulzer steuert bei, Frau Fe&#223;mann hat den Text gelesen und ist sich sicher, dass das ein echtes Testament ist.</p>
<p>Weiter.<br />
Die arme Antonia Baumann scheint so nerv&#246;s, dass sie kaum lesen kann. Es wird dann aber besser. Der Text l&#228;sst mich kalt&#8230; nicht mein Metier, aus irgendeinem Grund erinnert er mich an den Text aus dem letzten Jahr mit dem Fledermaus-Fisch. Aber ich habe auch nix konkretes gegen den Text, eher sogar daf&#252;r. Na, ich warte mal, was die Kritiker sagen. Es passt auf jeden Fall, dass sie Winkels Kandidatin ist.<br />
So langsam k&#246;nnte ich den Text richtig m&#246;gen, nur, wie immer, der Vortrag steht dem im Weg. Muss ich sp&#228;ter nochmal ohne Lesung lesen. Warum schreibt sie aber dauernd &#8220;denke ich&#8221;, das k&#246;nnte man sich doch auch nach den ersten 5 Mal schon gemerkt haben.<br />
Und Frau Strigl spricht zuerst. Sie hofft oder f&#252;rchtet, dass es keine Thomas Bernhard -Parodie sein soll. So oder so sei das verungl&#252;ckt. Auch sie fand Stellen, die sie au&#223;erordentlich gut fand und zwar immer dort, wenn Thomas Bernhard vergessen wird. Was ist denn dieses Jahr mit Bernhard? Der vorhersehbare Hitler st&#246;rt sie, und auch, dass viele gute Ideen vergeudet sind. Ja, doch, schon.<br />
Hier sei, so Sulzer, das Nervige der Person tats&#228;chlich in die Sprache &#252;bergegangen. Er selbst wollte schon mit 14 Schriftsteller werden und wollte sich an seinen Lehrern r&#228;chen. Er merke nun, er sei von den Jugendlichen so weit wie irgendm&#246;glich entfernt. Immer sch&#246;n, was aus dem Leben der Juroren zu erfahren. Sulzer ist irgendwie &#252;berrascht, dass eine Perspektive (eine Frau mit einem Interieur aus Gelsenkirchener Barock) noch vorhanden ist, die er in den 50ern verortet h&#228;tte, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Ich muss sagen, ich war auch &#252;berrascht, wei&#223; aber nicht, ob ich das jetzt gut oder schlecht oder beides fand. Interessant jedenfalls.<br />
Frau Keller ist nicht einverstanden mit dem &#8220;Sprung zwischen den Teilen 1 und 2&#8243;. Der Text hat sie in den ersten zwei drei Seiten noch sehr angesprochen, mit der Energie, die in ihm steckt. Im zweiten Teil fand sie es dann aber etwas &#8220;schwachbr&#252;stig&#8221;, es finde leider keine Entwicklung der Figur statt.<br />
Meike Fe&#223;mann findet der Text ist in Hinsicht auf seine literarischen Mittel v&#246;llig bewusst. Das kann wohl sein&#8230; ich vermute, dass das ohnehin in der H&#228;lfte aller Texte so ist.<br />
Strigl meint, es hie&#223;e die Autorin beleidigen, wenn man ihr vorwirft, sie verwende Thomas Bernhard S&#228;tze ohne sich dessen zu bewusst zu sein. Jandl ist nicht mehr klar, welches Bild das Konsistente sein soll im Text. Wei&#223; nicht so recht, was er damit anfangen soll, &#8220;denke ich&#8221;.<br />
F&#252;r Winkels ist es v&#246;llig klar, dass das Thomas Bernhard Stil ist und das sei auch v&#246;llig bewusst und klar und &#252;berhaupt. Er h&#228;lt das f&#252;r eines der grundlegenden Ausdrucksmittel, die einem Autor zur Verf&#252;gung stehen, er m&#246;chte lieber dar&#252;ber reden, ob damit gut oder schlecht gearbeitet wird. Mal sehen, ob er es rausfindet. Irgendwie jetzt nicht, vielleicht wollte er auch gar nicht.<br />
Strigl liest nochmal den wichtigsten Satz des Textes vor. Ich bin abgelenkt, weil ich in die Arbeit muss. Morgen geht&#8217;s weiter, ich hoffe, ich bin dann wacher, vielleicht auch netter.</p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Tag 1.1</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 00:53:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spooked</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachtarbeit, wie &#252;blich. Jeden Abend um diese Zeit frage ich mich, ob anderer Leute Tage nicht vielleicht ein oder zwei Stunden mehr haben&#8230; Da simma wieda. Endlich. Von Gesetzes wegen d&#252;rfte ich ja wirklich eigentlich weder Fernsehen, noch aktuelle deutschsprachige Literatur lesen oder gar was dr&#252;ber schreiben. Verfolgt mich doch die Pflicht in Gestalt von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Nachtarbeit, wie &#252;blich. Jeden Abend um diese Zeit frage ich mich, ob anderer Leute Tage nicht vielleicht ein oder zwei Stunden mehr haben&#8230;</em></p>
<p>Da simma wieda. Endlich. Von Gesetzes wegen d&#252;rfte ich ja wirklich eigentlich weder Fernsehen, noch aktuelle deutschsprachige Literatur lesen oder gar was dr&#252;ber schreiben. Verfolgt mich doch die Pflicht in Gestalt von unfertigen Hausarbeiten und lebenswichtigen Pr&#252;fungsvorbereitungen&#8230; nun, widerstehen konnt&#8217; ich trotzdem nicht.<br />
10.15 Uhr Klagenfurter Zeit. Es geht ja auch schon los. <span id="more-1675"></span><br />
Videoportrait von Gunther Geltinger. Spricht umst&#228;ndlich und angestrengt im Videoportrait, bin ja gespannt.<br />
Der Autor spricht an, dass nicht nur der Junge im Text, sondern auch er stottert. Mit Begr&#252;ndung ergibt die Sprechweise in der Tat Sinn. Der autobiographische Bezug allerdings macht mir jetzt eher keine allzu gro&#223;en Hoffnungen. Aber man wei&#223; es nicht.<br />
In der Tat, der Ich-Erz&#228;hler ist nicht humorfrei. Die beschriebenen Ereignisse (deren Einsetzen ich nach dem vielen Beschreiben am Anfang zun&#228;chst verpasst hatte&#8230;) bleiben mir aber seltsam fern. Ich f&#252;rchte, f&#252;r den ersten Text am Morgen br&#228;uchte ich immer eine kurze Einf&#252;hrung und ein kleines Diagramm zu handelnden Personen. Oder jemanden, der das Ganze kurz nachspielt&#8230;<br />
Die Kulissen dieses Jahr &#252;brigens eine Art &#252;berdimensionierte, gestapelte Bl&#228;tter, auch auf dem Boden liegen noch ein paar. Sieht ganz nett aus. Eine Art Scherenschnitt eben dieser Bl&#228;tter hinten an den B&#252;hnenw&#228;nden finde ich aber nicht so h&#252;bsch, vor allem, weil es ein bisschen spiegelt und man sieht, dass die Fl&#228;che nicht eben ist, das st&#246;rt allein schon deswegen, weil man dr&#252;ber nachdenken muss&#8230;<br />
Hm, ich kann da jetzt nicht zu viel sagen. Der Text wirkt zusammengest&#252;ckelt aus verschiedenen  Arten des Erz&#228;hlens oder Sprechens, bis jetzt st&#246;rt mich das, es mag aber auch geplant sein. Ich wei&#223; auch nicht, warum das literarisch festgehalten werden muss, und immer wenn ich mich das frage, hat der Text bei mir verloren. (Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, dessen Inhalt mich in mehrfacher Hinsicht absolut nicht interessiert hat, eigentlich mache ich sogar einen gro&#223;en Bogen um verschiedene Themen, die in diesem Buch im Vordergrund standen, trotzdem konnte ich es kaum aus der Hand legen und war v&#246;llig hin und weg. War aber auch von Ljudmila Ulitzkaja und die kann eben wirklich unfassbar gut erz&#228;hlen.)</p>
<p>Daniela Strigl legt sofort los. Ein eigenes Genre hat sie entdeckt: trostloses Landleben im Norden Deutschlands, &#8220;Blut und Kotze&#8221; soll es hei&#223;en. St&#246;rt sich an den Metaphern (an den meisten jedenfalls) und den Widerspr&#252;chen. (Manchmal habe ich den Eindruck, Juroren wollen &#8211; oder k&#246;nnen, wom&#246;glich &#8211; Teile eines Textes, die zu nah an die Realit&#228;t geraten &#8211; in diesem Fall widerspr&#252;chliche Charaktere &#8211; absichtlich nicht verstehen.)<br />
Die Juroren m&#252;ssen scheinbar die verr&#252;ckten gr&#252;nen Bachmanntaschen benutzen, zumindest steht neben fast jedem Juroren-Tischchen eine.<br />
Auch Hubert Winkels wollte mit dem Kleinen anfangen. Er nennt das Stocken gleich mal Enjambement, ist aber trotzdem schon am Anfang nicht zufrieden und kritisiert weiter an Details. Er hat nicht unrecht, finde ich, aber andererseits kritisiert er auch Dinge, die in einem anderen Text gelobt werden w&#252;rden. Nunja, es ist eben quasi Montagmorgen in Klagenfurt.<br />
Schon beim ersten Text: Ist der Text eine Karikatur seiner selbst? Winkels jedenfalls h&#228;tte den Text als Trash-Text besser verstanden.<br />
Frau Stadler mahnt ihn, er h&#228;tte bereits zu lange gesprochen.<br />
Frau Keller findet anderes im Text, n&#228;mlich die Rekonstruktion einer Kindheitsperspektive, die in Form von Erbrochenem schwallweise ausgesto&#223;en werden, oder so. Wie immer hat sie den Text aufmerksamer gelesen, habe ich den Eindruck. F&#252;r sie ist der Text nicht fertig. Sie sagt noch &#246;fter &#8220;Erbrochenes&#8221; und &#8220;Unverdautes&#8221; und so.<br />
Meike Fe&#223;mann findet unglaublich gute Bilder im Text, aber auch etwas &#8220;&#220;berinstrumentiertes&#8221;.<br />
Paul Jandl findet den Text noch besser, auch hier die starken Bilder, mag aber den &#8220;Versuch des Textes, Literatur zu produzieren&#8221; nicht und versteht ihn auch nicht.<br />
Jetzt kommt Herr Sulzer, der den Text vorgeschlagen hat. Er gibt zu, dass die &#8220;vegetative&#8221; Seite des Textes (die herausquillende Kotze) so fr&#252;h am Morgen etwas unappetitlich sei &#8211; wobei ich Kotze am Abend jetzt nicht wirklich besser finde. Trash sei es nicht, und warum sollte es im Norden nicht auch mal so zugehen, wie in &#214;sterreich?<br />
Herr Spinnen findet, wie Herr Sulzer, das Artifizielle das Wichtige am Text. Die Genres seien &#8220;zusammengezogene Konglomerate von Lebenssituationen&#8221;, was sich mir nicht ganz erschlie&#223;t. Er erkl&#228;rt weiter, was der Text ist und was er macht, er verweist darauf, dass bekannte Bilder das sind, was man in der Literatur klassischerweise macht.<br />
Clarissa ist hektisch und l&#228;sst Herrn Winkels zwar nochmal was sagen, aber nicht zu viel, sie m&#252;ssen weiter. Hat er zu lange gelesen? Die Diskussion k&#246;nnte jedenfalls erst jetzt losgehen. Aber auch eine Juroren-Mannschaft muss sich erst mal einspielen, nehme ich an.</p>
<p>Und schon kommt das Video des n&#228;chsten Autors. Maximilian Steinbei&#223;.<br />
F&#252;hle mich angesprochen, denn der Text beginnt mit &#8220;Willkommen&#8221; und siezt den Leser/H&#246;rer. Ich kann jetzt zwar noch nicht so viel sagen, &#252;ber den Text, freue mich aber schon mal, dass er anders ist! Und auch sch&#246;n aufgebaut. Guter Einstieg, ruhiger Mittelteil, dann Aufregung, wenn man den Helfer umlegen muss etc. Jetzt wieder zur&#252;ck in den Ton vom Anfang. Bin nicht unangetan. Ist aber doch mehr Spielerei als der gro&#223;e Wurf, vermute ich.<br />
Sulzer findet die Geschichte witzig, hat aber das Problem, dass das nur beim ersten Mal witzig ist. Als Problem sieht er, dass es keine Personen gibt (das fand ich jetzt grade mal ganz nett, lieber keine Personen als gek&#252;nstelte, umst&#228;ndlich beschriebene oder unechte Ich-Erz&#228;hler, sage ich mir).<br />
Jandl fand den Text &#8220;nicht mal witzig&#8221;. Findet es nicht eiskalt logisch genug. Winkels dagegen sieht alles M&#246;gliche Logische und auch Bezug zur Wirtschaftskrise.<br />
Frau Keller hat auch das Publikum beobachtet und stellt somit fest, dass der Text wirksam ist. Findet ebenfalls das Thema klug durchdacht und witzig. Und richtig, der Humor kommt nur &#8220;zum Zug&#8221; sofern man diese Art von Humor teilt. Ansonsten ist es ihr aber zu unentschieden.<br />
Kleiner Applaus, als Daniela Strigl den Text als Persiflage auf die Ratgeberliteratur bezeichnet. Ihr hats gefallen. Jandl st&#246;rt sich noch mal daran, dass man einen Mitwisser br&#228;uchte, den man dann umbringen muss, das sei ja unrealistisch, unlogisch und &#252;berhaupt.<br />
Meike Fe&#223;mann kann Frau Keller sagen, was das f&#252;r eine Stimme ist, die da spricht, n&#228;mlich ein Mephisto, der dem Leser etwas einfl&#252;stert und ihn verf&#252;hrt.<br />
Dann fragt sie Spinnen, was mit der Herzlosigkeit geht, der Text sei so herzlos wie der von Scholz im letzten Jahr und den habe Spinnen doch nicht gut gefunden. Der sagt, Mephisto sei nicht herzlos, sondern nur durch und durch b&#246;se. Dann ist er v&#246;llig hingerissen von dem aktuellen Bezug des Textes, dass hier eine Antwort auf die t&#228;glichen Fragen der Menschen gefunden wird und dass gerade ein Autor auf dem &#8220;begrenzten Feld&#8221; der Literatur versucht, hier eine Antwort zu finden.<br />
Jandl warnt gravit&#228;tisch vor &#8220;metaphorischer Aufbrezelung&#8221; des Textes.</p>
<p>Daniel Wissers Videokunst-Portrait gibt mir Zeit, Kaffee zu machen.<br />
Alter Kranker, Kopfschmerzen, Medikamente, Tod. Sp&#228;ter aber Ehe-Problematik und Eva. Aber die immer wiederkehrenden wird-Beschreibungen verwirren. Ist das ein Zwangsneurotiker? Ich finde die Beschreibung von verschmutztem Geschirr wesentlich unangenehmer als die Kotze von vorhin. Das ist mal ein unangenehmer und richtig gruseliger Text stellenweise. Leider kann ich mich aber nicht von der holprigen sprachlichen Seite losrei&#223;en, so dass das nicht richtig wirken kann, denke ich jedenfalls, inwischen wei&#223; ich nicht mehr, was los ist im Text.<br />
So langsam gewinnt der Text an Inhalt, oder ich an Verst&#228;ndnis? Oder hat mich nur mein Kaffee belebt? &#8220;Wird&#8221; und vor allem &#8220;es wurde&#8221; nervt aber noch immer. Ich glaube es war nur die Brillenthematik, die mich da grade angesprochen hat.<br />
Ich freue mich immer, wenn die Leute &#8220;Inter&#8212;esse&#8221; sagen, wie der Autor/Vorleser grade. Ich mache das nicht, ist mir zu sperrig, erinnert mich aber an fr&#252;he Lateinstunden.<br />
Winkels erkennt auch den Zusammenhang zwischen Passiv und Zwangsneurotik, verliert dann den Faden, findet ihn wieder und findet auch, dass man, wenn man eine redundante und monotone Figur darstellen m&#246;chte, das nicht mit redundanten und monotonen Mitteln machen sollte.<br />
F&#252;r Daniela Strigl gew&#228;hrleistet die Passiv-Konstruktion eine neue Sicht auf eine altbekannte Person &#8230; hm&#8230; Frau Strigl? W&#228;re Passiv nicht das erste, was man einem Zwangsneurotiker mit auf den Weg geben w&#252;rde? Auch Frau Keller findet den Text unheimlich. Ihr gefiel auch der Vortrag, der Blick auf Waschmaschinen und Dosierungshilfen stimmt sie nicht behaglich.<br />
Meine Aufmerksamkeit l&#228;sst nach. Schon spricht Meike Fe&#223;mann, die sich am Passiv st&#246;rt. Zu Recht nat&#252;rlich. Das Passiv und die Depression, die es Frau Fe&#223;mann vermittelt, scheinen sich auf die Jury zu &#252;bertragen, oder auf mich?<br />
Doch, Frau Strigl wacht auf, wer sich so in eine Waschmaschine versetzen k&#246;nne, habe diese Sprache verdient. Findet den Text jetzt sogar spannend. Jandl sieht viel (pochendes Herz) unter der Oberfl&#228;che. Kann aber zu seinem Unbehagen Frau Fe&#223;mann nicht vermitteln, dass diese schlichten S&#228;tze so richtig sind.<br />
Clarissa murmelt im Hintergrund. Warum hat sie nicht im Jahr zwischen den Lesetagen einen Kurs in Moderation besucht? Das h&#228;tte doch sicher auch der Arbeitgeber gesponsert&#8230;<br />
Spinnen w&#252;rde dem Text/Autor empfehlen: &#8220;Machma anst&#228;ndig!&#8221; stimmt schon, so reden die Lehrer in den Schulen mit den Sch&#252;lern.<br />
So, Pause! Zeit, kurz den Rest meines Lebens wahrzunehmen.</p>
<p><em>Der Rest kommt morgen&#8230; andere Leute m&#252;ssen auch mal schlafen.</em></p>
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		<title>Bachmannpreis 2011 &#8211; Bachmannt es wieder!</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 01:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spooked</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Morgen geht es ja los, die Leistungschau, das Wettlesen, das &#246;ffentliche Sezieren (s.u.) und ich freu&#8217; mich schon so! Urspr&#252;nglich dachte ich ja, die Ereignisse aus einem Internet-Café in Zagreb zu verfolgen und zu dokumentieren, daraus ist nichts geworden. Daf&#252;r habe ich aber vielleicht hier eine Winzigkeit mehr Zeit, die Eindr&#252;cke entsprechend zu verarbeiten. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen geht es ja los, die Leistungschau, das Wettlesen, das &#246;ffentliche Sezieren (s.u.) und ich freu&#8217; mich schon so! Urspr&#252;nglich dachte ich ja, die Ereignisse aus einem Internet-Café in Zagreb zu verfolgen und zu dokumentieren, daraus ist nichts geworden. Daf&#252;r habe ich aber vielleicht hier eine Winzigkeit mehr Zeit, die Eindr&#252;cke entsprechend zu verarbeiten.<span id="more-1672"></span></p>
<p>Es begann heute abend mit der Er&#246;ffnung in Klagenfurt, die sich durch weniger depressive Musik als letztes Mal und einem Redenschwung auszeichnet.<br />
Clarissa Stadler ist in ihrem Element. Ich m&#246;chte gerne versuchen, sie a) dieses Jahr m&#246;glichst zu ignorieren und daher b) sie dementsprechend selten zu erw&#228;hnen. Wir werden sehen&#8230;<br />
Willy Haslitzers einf&#252;hrende Worte wirken nett, verbindlich, wie auf einer Familienfeier in einem Fernsehfilm aus den sp&#228;ten 50ern. Er wirkt angenehm unaufgeregt, altmodisch aber nicht veraltet, wieso moderiert er nicht die Veranstaltung? Auch wenn er Sachen sagt wie &#8220;[Lesungen], die wirklich total wahrgenommen wurden&#8221;, hihi.<br />
Und er verwendet vorsichtshalber gleich alle Kosenamen der Veranstaltung, bin gar nicht mehr mitgekommen, konnte aber &#8220;Wettlesen&#8221; und &#8220;Betriebsausflug&#8221; definitv ausmachen.<br />
Oh wei, Burkhard Spinnen wirkt bereit bei der Rede des Kulturreferenten angeschlagen. Aber seine Mimik ist ja schwer zu deuten, vielleicht f&#252;hlt er sich auch grade nur ein, ins Sitzen und H&#246;ren.<br />
Herr Novak scheint sich ernsthaft Gedanken &#252;ber seine Ansprache gemacht zu haben. Wieso blo&#223;?<br />
Herr Lorenz fragt sich zu Beginn ob er &#8220;da muss oder eh ist&#8221; und stellt fest, dass er verwirrt ist und nichts zu sagen hat, was ihn (zus&#228;tzlich zum Dialekt) schon mal &#252;blich sympathisch macht*. Macht sich &#252;ber die unbegr&#252;ndete Heiterkeit von Haslitzer lustig, weil ja nicht nur dessen, sondern auch seiner und &#8211; aufgemerkt! &#8211; Clarissas Vertrag ausl&#228;uft.<br />
Ich tu&#8217; mir immer so schwer, englische Namen zu verstehen, wenn &#214;sterrreicher sie in den Mund nehmen. Mit &#214;han M&#228;ckiehven muss z.B. quasi Ian McEwan gemeint sein.<br />
Urs Widmer spricht interessanterweise wie Christian Ude, es mag am speziellen &#8220;r&#8221; liegen, aber auch bei der Intonation scheint sich der eine am anderen zu orientieren. Er spricht, naturgem&#228;&#223;, &#252;ber das Entstehen von Literatur  und den Gebrauch von Sprache. Das macht er sch&#246;n, aber nicht &#252;berraschend.<br />
Die Jury wird vorgestellt, ich bin ja schon fast vers&#246;hnt, weil Daniela Strigl wieder da ist. Endlich! Auch auf Keller und Fe&#223;mann bin ich gespannt.<br />
Spinnen h&#228;lt dann auch noch eine Rede und geht auf die verschiedenen Dialekte ein, die in Klagenfurt zu h&#246;ren sind. Er erz&#228;hlt auch von seiner Frau, die ein recht verst&#228;ndiges Wesen zu sein scheint. Leider sagt er dann trotzdem viel von dem, wovon sie ihm, wenn man ihm denn Glauben schenken darf, abriet. Alsdann geht er auf gute oder schlechte Positionen in der Lesereihenfolge ein, um auf die Auslosung &#252;berzuleiten. Au&#223;erdem versucht er (auch dieses Jahr wieder) psychologisch-p&#228;dagogisch den Autoren bevor es ernst wird zu vermitteln, dass Klagenfurt nicht ernst ist.<br />
Und dann wird auch schon gelost. Clarissa liest die Autorennamen und anschlie&#223;end die Zeiten der Lesung mit perfekt immitierter Arzthelferinnen-Stimme. (Es tut mir leid.) Und das wars f&#252;r heute aus dem ORF-Theater.<br />
Hach, ich MAG diese Veranstaltung so gerne! Es ist die perfekte Kombination aus so vielen meiner Lieblingsdinge. Peoplewatching wie im Urlaubscafé inkl. laienhaftem Herumkritteln, Fernsehen nat&#252;rlich und dann auch noch B&#252;cher und Literaturkritik. Meine WM.</p>
<p>_________________________________<br />
* Im weiteren erinnert er mich soo sch&#246;n an den Axel, dass es eine wahre Freude ist. (Nur kennt jetzt nur ein geringer Prozentsatz der Blogleser den Axel, macht aber nix.)</p>
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		<title>Kinderseelen zum Dessert</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 23:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spooked</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erschreckendes]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Fairtrade Nestlé]]></category>
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		<category><![CDATA[NDR]]></category>
		<category><![CDATA[Schmutzige Schokolade]]></category>
		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Blog das ist zum Schreiben da&#8230; zur Zeit sollte ich aber ganz andere Dinge schreiben, daher hier &#8220;nur&#8221; ein Video, gell. &#220;ber ein Luxusgut das seinen Preis hat &#8211; nur gut dass wir ihn nicht bezahlen m&#252;ssen&#8230; Eigentlich wei&#223; man das ja, die Geschichte mit der Schokolade, den Kindersklaven und Nestlé und so, vielleicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Blog das ist zum Schreiben da&#8230; zur Zeit sollte ich aber ganz andere Dinge schreiben, daher hier &#8220;nur&#8221; ein Video, gell.</p>
<p>&#220;ber ein Luxusgut das seinen Preis hat &#8211; nur gut dass wir ihn nicht bezahlen m&#252;ssen&#8230;</p>
<p>Eigentlich  wei&#223; man das ja, die Geschichte mit der Schokolade, den Kindersklaven  und Nestlé und so, vielleicht muss man sich das ganze aber mal wieder ins  Ged&#228;chtnis rufen,  um beim n&#228;chsten Bed&#252;rfnis nach Schokolade dann doch eher zum  Fairtrade-Regal zu wechseln:</p>
<p>Die Dokumentation &#8220;Schmutzige Schokolade&#8221; lief gestern abend im NDR in der Reihe &#8220;45 Minuten&#8221;:</p>
<p><i>(Um den Artikel inklusive integrierter Medien betrachten zu können, besuch uns bitte auf <a href="http://sehrhner.de">sehrHner.de</a>)</i></p>
<p>(Teil 1 von 3)</p>
<p>Und noch ein Interview zum fairen Handel hinterher:<br />
<a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5uZHIuZGUvZmVybnNlaGVuL3NlbmR1bmdlbi80NV9taW4vaGludGVyZ3J1bmQvc2NobXV0emlnZXNjaG9rb2xhZGUxMjEuaHRtbA==">Hintergrund</a></p>
<p>PS: Wem das noch nicht genug ist, hier noch mehr zum Nachdenken und bedachten Konsumieren: <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5kb2Nqb28uY29tL2RvY3VzLnBocD90eXBlPXRhZ3MmYW1wO3RhZz1LaW5kZXJhcmJlaXQ=">docjoo.com</a></p>
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