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	<title>sehrHner. &#187; Feßmann</title>
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		<title>Bachmannpreis 2010 &#8211; R&#252;ckblick Tag 1</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 22:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Spooked</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So, zum Live- oder Fast-Live-Bloggen hat es dieses Jahr nicht gereicht. Aber geschaut und gelesen habe ich schon. Jetzt also, kurz bevor der Spuk vorbei ist (morgen fr&#252;h um 11 gibts die Preisverleihung), noch flugs ein kleiner R&#252;ckblick in Ausz&#252;gen zu den diesj&#228;hrigen Lesungen&#8230; Tag 1 Die ersten Texte am Morgen hatten es grunds&#228;tzlich nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, zum Live- oder Fast-Live-Bloggen hat es dieses Jahr nicht gereicht. Aber geschaut und gelesen habe ich schon. Jetzt also, kurz bevor der Spuk vorbei ist (morgen fr&#252;h um 11 gibts die Preisverleihung), noch flugs ein kleiner R&#252;ckblick in Ausz&#252;gen zu den diesj&#228;hrigen Lesungen&#8230; <span id="more-1631"></span></p>
<p><strong>Tag 1</strong></p>
<p>Die ersten Texte am Morgen hatten es grunds&#228;tzlich nicht leicht bei mir, das muss man schon sagen, weil ich mich da immer noch im Aufwachbereich befunden habe. Trotzdem glaube ich nicht, dass mir <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2JhY2htYW5ucHJlaXMuZXUvZGUvYXV0b3Jlbi8yMjc4">Sabrina Janesch</a> in einem anderen Zustand besser zugesagt h&#228;tte. Ich fand den Text unaufregend und nicht interessant. Ernsthaft gest&#246;rt hat mich haupts&#228;chlich, dass sie &#252;bertrieben h&#228;ufige &#8220;Gro&#223;vater sagte&#8221;.</p>
<p>Hubert Winkels findet das Thema toll (und so selten vertreten, mir kam es aber ausgelutscht vor&#8230;). Und heikel. Was die &#8220;Mittel der Spannung&#8221; angeht, sieht er da Parallelen zu Stephanie Meyer. Lustig, ich dachte dass man solche Namen beim Betreten des Theaters abgeben muss. Der Rest der Diskussion war wenig aufregend, Herr Spinnen sieht ein Wesen mit zwei M&#252;ndern oder vielleicht einen Mund mit zwei K&#246;pfen, Herrn Jandl fehlt das Gef&#228;lle (das wird im im Laufe des Bewerbs noch &#246;fter abgehen&#8230;), auch Herr Sulzer f&#252;hlt sich &#8220;stilistisch nicht aufger&#252;ttelt&#8221;.</p>
<p>Clarissa Stadler hat sich erfreulich rausgehalten, moderiert jetzt die Diskussion ab und wirkt wie immer v&#246;llig unvorbereitet und etwas verwirrt, warum sie da ist. Und der n&#228;chste.</p>
<p>Das ist <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2JhY2htYW5ucHJlaXMuZXUvZGUvYXV0b3Jlbi8yMjY5">Volker H. Altwasser</a>. Er stockt beim Lesen, die Vortragsweise zieht auch eher runter. Dann Hochsee-Fachjargon, ein Vortrag &#252;ber den Kr&#246;tenfisch mit Beerdigungsstimme. F&#252;r mich war das Thema langweilig, die Sprache langweilig, der Vortrag langweilig, tut mir leid, aber nichts f&#252;r mich dabei. (Vielleicht bin ich aber auch einfach abgeneigt wegen meiner Hemingway-Phobie.)</p>
<p>Als er endet schwanke ich zwischen Erleichterung, dass zwei so wenig ansprechende Texte bereits jetzt gelesen wurden und damit erledigt sind &#8211; und der Bef&#252;rchtung, dass vielleicht noch mehr davon kommt.</p>
<p>Frau Fleischanderl meint, der Text erhebe einen Anspruch, den er aber nicht einzul&#246;sen vermag. Ja, das hatte ich auch so empfunden. Paul Jandl findet die ewigen Schicksalsfragen des Mannes &#8220;Ehefrau oder Hohe See?&#8221; Die Jury fragt sich einige Dinge, wie ob die deutsche Literatur je die See besessen hat, was mit der omin&#246;s wertvollen Haut eines Fisches, der im Text auftaucht eigentlich noch weiter passiert und was der Fisch und die Haut f&#252;r den Text bedeuten und so fort.</p>
<p>Frau Keller entdeckt Sprachnot in den vielen Ausrufezeichen und w&#252;rde unbedingt die Frauengeschichte rausstreichen. Das Bed&#252;rfnis hatte ich auch. Aber nicht nur.  Den gr&#246;&#223;ten Anklang fand die minuti&#246;se Beschreibung der H&#228;utung des Hauptdarstellers: der Kurznasenseefledermaus (ein Fisch, trotz des Namens). Ich empfand das als kunstlose T&#228;tigkeitsbeschreibung, Fisch hin oder her.</p>
<p>Und Ende, Clarissa ruft das n&#228;chste Portrait auf. Das Publikum muss sie wieder mit dem Beifall f&#252;r den Autor (und die Jury?) unterbrechen. Koordinierte Moderation sieht anders aus.</p>
<p>Es liest nun <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2JhY2htYW5ucHJlaXMuZXUvZGUvYXV0b3Jlbi8yMjg0">Christopher Kloeble</a>, dessen Videoportrait besonders nicht mein Fall ist.  Auch der Text nicht, der dreht sich um einen geistig zur&#252;ckgebliebenen Vater. Albert hei&#223;t der Sohn, Fred hei&#223;t der Vater. Albert geht ja noch, aber Fred ist beim ersten Mal schon seltsam, beim 3. Mal nervt&#8217;s schon gewaltig. Und der Text ist sehr namenslastig. Albert, Fred, Albert, Fred, Fred, Fred, Albert&#8230; uiuiui&#8230;</p>
<p>Auch ansonsten klingt er f&#252;r mich eher unbeholfen und nach einem emotionslosen, erzwungenen Schulaufsatz. Zur anschlie&#223;enden Diskussion nimmt der Autor in der Runde der Jury Platz. Als letzter, glaube ich, die Folgenden machen das nicht mehr und irgendwann verschwindet der Stuhl f&#252;r die Autoren auch kommentarlos aus der Runde.</p>
<p>Winkels wu&#223;te zuerst nicht, ob der Text ein Idyll oder eine Satire wird, entdeckte dann aber die Katastrophe: der Text sei v&#246;llig abgest&#252;rzt. F&#252;r Jandl entzieht sich der Text der Kritik durch seine Putzigkeit (auch eine Option&#8230;). Sulzer war fasziniert von der Umkehrung der normalen Verh&#228;ltnissse, das war ja easy. Und Frau Fleischanderl rechnet den Text dem komischen Genre zu, weil er eine verkehrte Welt beschreibt, auf der Ebene w&#252;rde der Text gut funktionieren. Frau Fleischanderls Humor wird sich mir auch im Laufe der weiteren Tage nicht wirklich entschl&#252;sseln. Clarissa beendet die Diskussion.</p>
<p>Der Publikumsapplaus ist dieses Mal weniger unkoordiniert. Clarissa wirkt unzufrieden, dass sie hier rumsitzen muss und Kameras dabei sind.</p>
<p>Nach der ersten Mittagspause, die &#8211; wenig &#252;berraschend &#8211; mit Ilja Trojanow gef&#252;llt war, weswegen ich mir ihn Ruhe Fr&#252;hst&#252;ck machen konnte, geht es weiter.</p>
<p>Es liest <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2JhY2htYW5ucHJlaXMuZXUvZGUvYXV0b3Jlbi8yMjg3">Daniel Mezger</a>. Es ist nat&#252;rlkich sehr angenehm, einen routinierten Vorleser zu haben, nur gleitet der Vortrag hin und wieder zu stark ins Schauspielereische. Trotzdem, ich w&#252;nschte, da w&#252;rde mal endlich einer lesen, wie Leute reden. Also, wenn in den Texten Menschen sind, die grade beim Leben sind, warum darf man sie dann nicht auch mal ansatzweise so lesen?  Dieser Text bleibt mir erst unklar. Wer ist ich und wer ist du? Du-Texte sind ja nicht so meins. Schade, bisher hat keiner der Texte irgendeine Daseins-Begr&#252;ndung f&#252;r mich. Elegien, sinnlose, aber alte Fragen, etc. nix Neues nicht. Auch in der Form wirklich nicht. Macht doch mal was! Deswegen schreibe ich ja keine B&#252;cher, weil ich nichts zu sagen habe. Von allen Texten, die ich heute geh&#246;rt habe, habe ich den gleichen Eindruck und verstehe deswegen nicht ganz, warum sie eingeladen wurden.</p>
<p>Auch Frau Fe&#223;mann findet die Ansprache an das permanente Du in der Form v&#246;llig missgl&#252;ckt. F&#252;r Frau Fleischanderl ist der Text harmlos und banal, er habe keinen harten Kern, daf&#252;r arbeite er aber mit Tricks. Sp&#228;ter sagt sie, es k&#228;me kein neues Bild dazu durch den Text und spricht damit an, was ich auch von Literatur erwarte. Herr Winkels fragt: Wen spricht er denn an? Die Kranke kann es nicht sein. Philosophiert &#252;ber ein ideales Du&#8230; welchen Text hat er denn gelesen? F&#252;r mich war das ein Selbstgespr&#228;ch, nat&#252;rlich liefert er da die performative Seite gleich mit. Spinnen berichtet aus eigenener Erfahrung &#252;ber Trennung als psychische Falle. Eine entsetzlich grauenhafte Angelegenheit. Er ruft das Publikum auf, niemandem mit dem Selbstmord zu drohen.</p>
<p>Jandl will wieder keinen Realismus. Winkler widerspricht vorbei. Fe&#223;mann sagt auch was dazu, die Jury diskutiert fast schon wieder! Clarissa versucht Trivia zu Jacques Brel zu liefern. Frau Keller sieht eine Rahmenerz&#228;hlung mt Binnenmonolog, die gegenseitige Demenz einer Ehe (Demenz scheint das Wort der Saison zu sein).</p>
<p>Frau Fe&#223;mann kommt nicht dar&#252;ber hinweg, dass einer, der sich trennen will wom&#246;glich Angst hat, davor verlassen zu werden. Ich kann diese ganze Widerspr&#252;chlichkeitsdebatte nicht nachvollziehen. Ich dachte eben, das sch&#246;n Widerspr&#252;chliche am Menschen ist, dass er zwei sich ausschlie&#223;ende Dinge gleichzeitig haben will. Wieso geht das dann nicht in der Literatur? Nun.</p>
<p>Es kommt <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2JhY2htYW5ucHJlaXMuZXUvZGUvYXV0b3Jlbi8yMjc1">Dorothee Elmiger</a>, die letzte Leserin f&#252;r heute. Sie beginnt, etwas nerv&#246;s, einen Auszug aus einem l&#228;ngeren Text zu lesen. Es geht los mit B&#252;chern (da steh&#8217; ich ja schon drauf). Ihr Vortrag klingt leider auch schon wieder so hoffnungslos traurig, trotzdem mag ich irgendwie, wie sie liest. Schweizerin halt. Ich verpasse leider ein paar Minuten. Ich wei&#223; nicht, irgendwie mag ich den Text, irgendwie aber auch nicht. Habe jedenfalls noch keine Ahnung, worum es geht, und ich hoffe, die Jury erleuchtet mich da ein wenig.</p>
<p>Frau Fe&#223;mann: Originelle, klevergemachte Prosa, die sich ein Spielfeld schaffe. Nach der Apokalypse, erz&#228;hlen sich zwei Schwestern ihre Phantasien, die alle auf den wenigen verbliebenen B&#252;chern beruhen. Und das in einem Polizistentocherprosa. Winkels stimmt Fe&#223;mann zu, findet auch inhaltliche Determination gut. Und erkl&#228;rt mir nun wirklich die Teile, die ich nicht verstanden habe. Die Bibliothek wird am Anfang gelistet und alles, was kommt, baut auf dieser Biblkiographie auf. Jetzt finde ich den Text ganz toll!</p>
<p>Frau Fleischanderl gef&#228;llt es, das hatte ich gedacht, sie findet den Text zeitlich passend. Herr Sulzer ist auch froh, dass er jetzt den Text erkl&#228;rt bekommen hat, er konnte vorher nichts damit anfangen. F&#252;r Jandl hat der Text Tiefen und T&#252;cken. Der Text gehe ins 18./19.Jh zur&#252;ck, er erkl&#228;rt uns mehr zum <a href="http://sehrhner.de/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2VuLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9CdWVuYXZlbnR1cmFfUml2ZXI=">Buenaventura-Flu&#223;</a>.</p>
<p>Ich bin angetan und finde den Text wesentlich literarischer als alles vorhergehende, irgendwie beruhigt es mich, dass dieser Text wom&#246;glich sogar einer literaturwissenschaftlichen Analyse standhalten k&#246;nnte. Ich finde es legitim, dass ein Text einen Kontext braucht, Schriftsteller schreiben ja auch im Kontext. Vielleicht ist einem das st&#228;rker bewusst, wenn man sich vornehmlich mit russischer Literatur befasst, aber jeder Schriftsteller schreibt in einer Tradition. Wenn man deswegen mehr Hintergrundwissen ben&#246;tigt um einen solchen Text zu entschl&#252;sseln, finde ich das nicht verwerflich, sondern spannend.</p>
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		<title>Bachmannpreis 2009 &#8211; Karl Gustav Ruch</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 11:13:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vorstellungsvideo: Der schweizer Autor f&#252;hle sich sowohl im Spanischen wie auch im Deutschen zuhause. War fr&#252;her Musiker, studierte dann unter anderem Philosophie und Germanistik. Text: &#8220;Hinter der Wand&#8221; Sowohl der Rhythmus des Textes als auch der melodi&#246;se Vortrag fesseln von Anfang an, wie ich finde. Impressionen aus der Nachbarschaft. Spannende Einblicke in das Leben der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorstellungsvideo: Der schweizer Autor f&#252;hle sich sowohl im Spanischen wie auch im Deutschen zuhause. War fr&#252;her Musiker, studierte dann unter anderem Philosophie und Germanistik.</p>
<p>Text: <strong>&#8220;Hinter der Wand&#8221;</strong></p>
<p>Sowohl der Rhythmus des Textes als auch der melodi&#246;se Vortrag fesseln von Anfang an, wie ich finde.</p>
<p><span id="more-1431"></span></p>
<p>Impressionen aus der Nachbarschaft. Spannende Einblicke in das Leben der Nachbarn des Ich-Erz&#228;hlers. Vornehmlich akustisch und immer fragmentarisch. Lebendig erz&#228;hlt. Einzig die spanische Flucherei k&#246;nnte etwas Abwechslung vertragen. Aber das soll wohl ein Papagei sein. Au&#223;erdem geheimnisvolle Ger&#228;usche aus der Wand, die sich keiner erkl&#228;ren kann. Termiten sollen verantwortlich sein, Rum&#228;nen oder Schwarzafrikaner. Jeder, mit dem der Erz&#228;hler dar&#252;ber zu reden versucht, findet eine andere Erkl&#228;rung. Der Ich-Erz&#228;hler wird langsam paranoid, vermutet einen Gegenlauscher auf der anderen Seite der Wand. Durch die tagebuchartige Konzeption gewinnt die Geschichte an Dichte.</p>
<p><strong>Hr. Sulzer</strong> findet, der Geschichte sei gegen Ende die Luft ausgegangen. Die literarische Aufarbeitung musikalischer Eindr&#252;cke sei nicht gelungen. Seh ich jetzt anders.</p>
<p><strong>Hr. Spinnen</strong> schlie&#223;t sich Hrn. Sulzer an. Wirft dem Autor ein wenig Selbstverliebtheit vor. Vergleicht unentwegt mit <strong>Spitzweg</strong>. Insgesamt nicht gelungen, meint er.</p>
<p><strong>Fr. Fe&#223;mann</strong> fand die Idee hinter der Geschichte gut, die Ausarbeitung dagegen zu schematisch. Nur weil ein Motiv schon dagewesen sei, m&#252;sse eine Wiederholung nicht per se schlecht sein.</p>
<p><strong>Fr. Keller</strong> versucht es wieder vermittelnd. Viel gut, manches schlecht.</p>
<p><strong>Mangold</strong> wird gleich gnadenlos. Die Geschichte sei eine bedeutungslose Zusammenstellung von Klischees und einfach Trivialliteratur.</p>
<p><strong>Jandl</strong> vergleicht den Text mit einer Oper und verteidigt die klischeehafte Ausf&#252;hrung mit dem Verweis auf ihre Funktion.</p>
<p><strong>Spinnen</strong> will jetzt mal nicht spitzfindig werden und wird es dann nat&#252;rlich doch: Nicht jede Ich-Erz&#228;hlung sei eine Rollenprosa.</p>
<p><strong>Fr. Fleischanderl</strong> f&#252;hlt sich in keinster Weise an andere Texte erinnert und fand die Erz&#228;hlung interessant.</p>
<p>F&#252;r mich war die Lesung Karl Gustav Ruchs das vorl&#228;ufige Highlight dieser Veranstaltung. Liebevoll verfasst, mit viel Gef&#252;hl f&#252;r sprachliche Details, einem treibenden Erz&#228;hlrhythmus und einer spannenden Geschichte. Klischees zu vermeiden, w&#228;re im Rahmen dieser Erz&#228;hlung sogar verfehlt gewesen. Es geht um einen allzu neugierigen Ich-Erz&#228;hler, der aus akustischen Fragmenten die vermeintliche Lebenswelt seiner Nachbarn entwirft. Jedes Ger&#228;usch erf&#252;llt eine Funktion und geh&#246;rt zu jemandem. Nur dieses eine Ger&#228;usch&#8230;:)</p>
<p>Mittagspause!</p></p>
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		<title>Bachmannpreis 2009 &#8211; Ralf B&#246;nt</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 11:13:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vorstellungsvideo Ralf B&#246;nt: Der Autor guckt etwas verzweifelt drein und erz&#228;hlt von seiner fr&#252;heren T&#228;tigkeit als Physiker, sein Verh&#228;ltnis zum Leser und vergleicht sich in diesem Zusammenhang ein bisschen mit Einstein. Text: Novelle &#8220;Fotoeffekt&#8221; Er h&#228;lt sich in seinem Text an die Goldene Regel: Schreibe nur &#252;ber Dinge, die du kennst. Es geht um einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorstellungsvideo <strong>Ralf B&#246;nt</strong>: Der Autor guckt etwas verzweifelt drein und erz&#228;hlt von seiner fr&#252;heren T&#228;tigkeit als Physiker, sein Verh&#228;ltnis zum Leser und vergleicht sich in diesem Zusammenhang ein bisschen mit Einstein.</p>
<p>Text: Novelle <strong>&#8220;Fotoeffekt&#8221;</strong></p>
<p>Er h&#228;lt sich in seinem Text an die Goldene Regel: <em>Schreibe nur &#252;ber Dinge, die du kennst.</em> Es geht um einen Wissenschaftler.</p>
<p><span id="more-1428"></span></p>
<p>Der Tonfall des Autors ist einschl&#228;fernd. Vielleicht langweilt die Geschichte deshalb schon jetzt. Familie Hertz in Hamburg, dazwischen irgendwo Faraday und viel Belangloses. Sodbrennen, Galvanometer: &#8220;Im Kamin knackte ein Holz.&#8221; Wenigstens bricht der Autor an keiner Stelle den Erz&#228;hlstil. Vielleicht muss Winter sein, um diesen Text reizvoll zu finden. Drau&#223;en kalt, nichts zu tun und zuviel &#252;brig vom Tag. Eine Wissenschaftlerbiographie in Ausschnitten; leider ohne H&#246;hepunkte. Naja, die Passagen in denen aus der Sicht der Photonen erz&#228;hlt wird, k&#246;nnen vielleicht als solche gelten.</p>
<p>Der Autor wurde von <strong>Fr. Fe&#223;mann</strong> vorgeschlagen.</p>
<p><strong>Fr. Keller</strong> findet das Ganze kamikazehaft. Die Perspektive, wenn ich das jetzt richtig verstehe.</p>
<p><strong>Hr. Jandl</strong> wei&#223; nicht, was der Text ihm erz&#228;hlen will. Sprachlich findet er den Text inkoh&#228;rent. Zitiert vermeintlich verungl&#252;ckte Passage.</p>
<p><strong>Mangold</strong> wei&#223; nicht, worauf <strong>Jandl</strong> hinaus will.</p>
<p><strong>Fr. Fleischanderl</strong> haut dagegen weiter in die Kerbe und zitiert auch gleich mal munter. Schlampig sei der Text verfasst.</p>
<p><strong>Fr. Fe&#223;mann</strong> beurteilt den Text erwartungsgem&#228;&#223; positiver, verweist auf die erz&#228;hlerische Freiheit des Autors und wird daraufhin von <strong>Fr. Keller</strong> hart angegangen.</p>
<p><strong>Hr. Mangold</strong> findet viele Passagen spannend und gelungen.</p>
<p><strong>Hr. Spinnen</strong> holt aus&#8230;und verliert sich ein bisschen in seiner eigenen Argumentation. Irgendwie wirft er <strong>Hrn. B&#246;nt</strong> vor, dem Leser die Freiheit der eigenen Assoziation vorzuenthalten.</p>
<p><strong>Hr. Sulzer</strong> findet die Geschichte elegant erz&#228;hlt, hat aber nachgerechnet und stellt fest, dass der Autor sich verrechnet haben muss. Faraday m&#252;sse zum Erz&#228;hlzeitpunkt 62 nicht 66 gewesen sein.</p>
<p>Der Autor schaltet sich jetzt selbst ein, entschuldigt sich f&#252;r seine mangelnden Kopfrechenk&#252;nste und erkl&#228;rt uns, was ein &#8220;Phonon&#8221; ist.</p>
<p><em>So weit, so gut.</em></p></p>
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